Aktualisiert 10.07.2015 15:07

Bangladesh

Zahlreiche Tote bei Massenpanik

Das Warten auf Almosen wurde mindestens 25 Menschen in Bangladesh zum Verhängnis: Sie kamen bei einer Massenpanik zu Tode.

von
mlr
Trauer im Norden von Bangladesh: Mehrere Menschen kamen bei einer Massenpanik vor einem Fabrikgelände ums Leben.

Trauer im Norden von Bangladesh: Mehrere Menschen kamen bei einer Massenpanik vor einem Fabrikgelände ums Leben.

Bei einer Massenpanik im Norden von Bangladesh sind am Freitag mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Die Panik brach aus, als hunderte Menschen auf ein Fabrikgelände drängten, auf dem anlässlich des Ramandans kostenlose Kleidung an Bedürftige verteilt wurde.

50 Menschen seien mit Verletzungen in ein Spital gebracht worden, sagten Vertreter von Polizei und Distriktverwaltung am Freitag. Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Toten noch steigen könnte. Angehörige hätten Tote nach der Massenpanik davongetragen, sagte Distriktchef Mustakim Billah Faruqui der Deutschen Presse-Agentur. Unter den Toten seien 22 Frauen und 2 Kinder.

Mit Rikschas ins Spital

Rund 1500 Menschen, zumeist arme Frauen und Kinder, hatten sich vor dem Morgengebet am Haus eines Kautabak-Fabrikbesitzers in der Stadt Mymensingh versammelt. Als das einzige Tor gegen 5 Uhr geöffnet worden sei, seien alle losgestürmt, um die Almosen zu empfangen.

Fernsehsender zeigten Aufnahmen von hunderten blutverschmierten Sandalen vor dem Tor des Fabrikgeländes. Viele Verletzte wurden mit Rikschas in ein nahe gelegenes Spital gebracht, Angehörige strömten nach der Nachricht von dem Unglück in die Klinik.

Almosen reicher Bürger

«Meine Frau ist hingegangen, um etwas Kleidung für sich und unsere Kinder zu holen», sagte Mohammad Robiul dem Fernsehsender Somoy. Ein anderer Mann brach vor laufender Kamera in Tränen aus. Seine Frau sei bei dem Unglück getötet worden. «Ich weiss nicht, was aus unseren Kindern werden soll.»

«Oh Allah, warum bin ich bloss hierher gekommen? Warum?», sagte die 45-jährige Ambia Begum, die mit sieben weiblichen Verwandten vor dem Haus gewartet hatte. Eine der Frauen, eine 60-Jährige, wurde bei der Massenpanik getötet.

In Bangladesh spenden reiche Bürger während des Fastenmonats Ramadan häufig Kleider für Arme. Die Polizei nahm den Industriellen sowie sechs weitere Menschen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung fest. (mlr/sda)

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