Aktualisiert 31.03.2011 23:48

Neue GepäckregelungZahlt der Fluggast drauf?

Neue Freiheiten beim Gepäck sollen für Passagiere Vorteile bringen. Experten warnen allerdings vor Chaos.

von
Valeska Beck
Check-in: Passagiere warten in Kloten auf die Abfertigung. (Foto: Keystone)

Check-in: Passagiere warten in Kloten auf die Abfertigung. (Foto: Keystone)

Ab heute gilt eine neue Resolution der internationalen Luftfahrtvereinigung IATA. Airlines sollen demnach in einer zentralen Datenbank angeben, wie viel Gepäck bei ihnen erlaubt ist. «Das wird neu auf dem Flugticket aufgeführt und ist verbindlich für die ganze Route», erklärt Sonja Ptassek von Swiss.

Jean-Claude Raemy von der Fachzeitschrift «Travel Inside» sieht die neue Regelung aber kritisch. Er vermutet, dass die Fluglinien diese dazu nutzen könnten, ihre Gepäckbestimmungen zu flexibilisieren. «Im Prinzip können sie jeden Tag neue Obergrenzen in die Datenbank eingeben.» Diese tagesaktuellen Anpassungen würde den Airlines neue Einnahmequellen eröffnen, so Raemy – und für noch mehr Verwirrung bei den Passagieren sorgen. «Denn schon heute wissen viele Passagiere nicht mehr, wie viel sie mitnehmen dürfen oder wie viel zu viel Gepäck kostet.» Zudem warnt der Reise-Experte vor Lücken im neuen System. «Es machen längst nicht alle Airlines mit.»

Für Ärger sorgt die neue IATA-Regelung auch beim Schweizer Reisebüroverband (SRV). «Wir sind viel zu spät informiert worden und müssen uns jetzt im Eiltempo da­rauf einstellen», klagt Marcel Herter vom SRV. Es sei auch denkbar, dass durch die neue Freiheit bei den Gepäckbestimmungen letztlich der Passagier draufzahlen müsse. «Denn Gepäckgebühren sind die neue Einnahmequelle vieler Airlines.»

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