Nummernschild «SG 4»: «Zahlt er innerhalb der Betreibung, ist das Schild noch seines»

Aktualisiert

Nummernschild «SG 4»«Zahlt er innerhalb der Betreibung, ist das Schild noch seines»

Das Nummernschild «SG 4» wurde für einen sechsstelligen Betrag versteigert. Bis heute bleibt die Zahlung jedoch aus. Nun wurde die Betreibung gegen den Ersteigerer eingeleitet.

von
Shannon Zangger
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Anfang Mai wurde das Nummernschild «SG 4» für rekordverdächtige 179’700 Franken ersteigert. 

Anfang Mai wurde das Nummernschild «SG 4» für rekordverdächtige 179’700 Franken ersteigert. 

Strassenverkehrsamt St. Gallen
Das Strassenverkehrsamt hat bis dato jedoch keinen Rappen von dem fälligen Betrag erhalten.

Das Strassenverkehrsamt hat bis dato jedoch keinen Rappen von dem fälligen Betrag erhalten.

Stva.sg
Nachdem nach Monaten auch kein Kontakt mit dem Mann vonseiten des Strassenverkehrsamtes her aufgebaut werden konnte, wurden nun betriebliche Massnahmen gegen den Nutzer «LIAG20» ergriffen.

Nachdem nach Monaten auch kein Kontakt mit dem Mann vonseiten des Strassenverkehrsamtes her aufgebaut werden konnte, wurden nun betriebliche Massnahmen gegen den Nutzer «LIAG20» ergriffen.

20 Min/leo

Darum gehts

Am 26. April 2022 startete die Auktion, die das Nummernschild «SG 4» eigentlich zum zweitteuersten Nummernschild der Schweiz werden lassen sollte. Der Nutzer «LIAG20» konnte es nach einer langen Auktion, welche bei 5000 Franken startete und in 100er-Schritten erhöht wurde, für sich gewinnen.

Hanspeter Sigg, Leiter des Strassenverkehrsamts, zeigte sich Mitte Juni jedoch unbesorgt. Der Kunde habe schon mehrere Schilder ersteigert und immer bezahlt, hiess es damals seitens des Leiters gegenüber 20 Minuten. «Ich bin mir zu 90 Prozent sicher, dass er auch dieses Mal bezahlen wird», sagte Hanspeter Sigg, Leiter im Strassenverkehrsamt, im Juni. Damals war Sigg noch überzeugt, dass es zu keiner Betreibung kommen wird.

Betreibung aufgenommen

Der fällige Betrag von 179’700 Franken wurde jedoch bis heute nie bezahlt. Nach mehreren abgelaufenen Zahlungsfristen und erfolglosen Kontaktversuchen seitens des Strassenverkehrsamtes St. Gallen wurde nun vergangenen Freitag das Betreibungsverfahren gegen den Gewinner des Nummernschildes «SG 4» eingeleitet.

«Von zukünftigen Auktionen gesperrt»

Noch besteht für den Ersteigerer die Chance, der rechtmässige Besitzer des Nummernschildes zu werden. «Wenn innerhalb des Betreibungsverfahrens doch noch eine Bezahlung eingeht, ist das Schild doch noch seines. Sollte allerdings keine Zahlung erfolgen, dann wird der Nutzer von zukünftigen Auktionen gesperrt», sagt Patrick Schnelli, stellvertretender Leiter des Strassenverkehrsamtes. «In dieser Grössenordnung ist es definitiv noch nie vorgekommen, dass die Zahlung nach einer Auktion ausgeblieben ist.»

Zusätzlich muss laut den AGB des Strassenverkehrsamtes bei Nichtbezug des Nummernschildes eine Entschädigung von 100 bis 500 Franken für die entstandenen Umtriebe bezahlt werden. Das Schild wird in dem Fall erneut unter den Hammer kommen.

Bezahlmodell bleibt vorerst

Ob in Zukunft die Zahlmethode aufgrund dieses Vorfalls geändert wird, dazu kann Schnelli Folgendes sagen: «Momentan ist noch keine konkrete Änderung geplant. Es könnte jedoch sein, dass aufgrund des Falles Änderungen vorgenommen werden müssen.»

Ob das Nummernschild durch diesen Vorfall nun an Wert gewinnen oder verlieren wird, kann auch nur spekuliert werden. «Wir sind selber immer wieder überrascht, welche Summen gerade auch unerwartete Nummern erreichen.» 

Die teuersten Nummernschilder der Schweiz

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