Zahlt Europa die Zeche für den Energiestreit?

Aktualisiert

Zahlt Europa die Zeche für den Energiestreit?

Der Streit um russische Gaslieferungen an das Nachbarland Weissrussland geht ungeachtet der Einigung über die neuen Lieferpreise weiter. Weissrussland will nun von den Russen eine Transportgebühr für Erdöl einfordern.

Die Regierung in Minsk kündigte eine Durchleitungsgebühr für russisches Öl an, das über weissrussisches Gebiet nach Europa gepumpt wird. Zuvor hatte der weissrussische Präsident Alexander Lukaschenko die russische Führung wegen der Gaspreiserhöhung scharf angegriffen und das Verhalten Moskaus als schamlos bezeichnet.

Ministerpräsident Sergej Sidorski erklärte in einer Pressekonferenz, sein Land erhebe rückwirkend vom 1. Januar eine Durchleitungsgebühr für russisches Öl von 45 Dollar (34 Euro) pro Tonne. Im vergangenen Jahr transportiere Russland nach Angaben der Regierung in Minsk nahezu 79 Millionen Tonnen Öl durch weissrussische Pipelines an Drittländer.

Am Neujahrsmorgen hatten der russische Energiekonzern Gazprom und Weissrussland einen neuen Fünfjahresvertrag unterzeichnet, der die weitere Versorgung mit Erdgas sicher stellt. Danach zahlt Weissrussland in diesem Jahr 100 Dollar je 1.000 Kubikmeter Erdgas. Das sind fünf Dollar weniger, als Gazprom gefordert hatte, aber mehr als doppelt so viel wie bisher.

Die Vereinbarung sieht auch vor, dass Gazprom einen Anteil von 50 Prozent an der weissrussischen Pipeline-Gesellschaft Beltransgaz erwirbt. Dafür zahlt Gazprom einen Barbetrag in noch nicht bekannter Höhe. Gazprom hatte damit gedroht, zum 1. Januar die Erdgaslieferungen an Weissrussland einzustellen, wenn keine neue Preisvereinbarung zustande komme. (dapd)

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