Konjunktur: Zahlungsbilanz leidet unter Finanzkrise
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KonjunkturZahlungsbilanz leidet unter Finanzkrise

Die Finanzmarkt-Krise hat die Zahlungsbilanz der Schweiz in Mitleidenschaft gezogen. Der Überschuss der Ertragsbilanz stieg zwar im vierten Quartal um 3,7 Milliarden auf 12 Milliarden Franken. Unter der schwachen Konjunktur litten aber Importe wie auch Exporte.

Die Exporte von Waren und Dienstleistungen gingen um insgesamt 6 Prozent zurück, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Dienstag mitteilte. Vom Rückgang waren fast alle Branchen betroffen. Im Handel mit Dienstleistungen gingen insbesondere die Finanzdienste der Banken stark zurück.

Daneben sanken aber auch die Importe von Waren und Dienstleistungen um 8 Prozent, weshalb sich der Export-Überschuss leicht um 0,4 Milliarden Franken auf 13,3 Milliarden Franken erhöhte.

Der Überschuss der Ertragsbilanz ist daher vor allem auf das Plus bei den Netto-Kapitalerträgen zurückzuführen. Dieses betrug 3,3 Mio. Franken.

Kapitalverkehr durch Krise geprägt

Im Kapitalverkehr wurden 0,7 Milliarden Franken mehr importiert als exportiert. Im Vorjahresquartal war mit 10,5 Milliarden Franken noch deutlich mehr Kapital ausgeführt als eingeführt worden.

Die Banken bauten einerseits ihre Forderungen und Verpflichtungen gegenüber dem Ausland masiv ab. Daraus flossen den Schweizer Banken Mittel im Umfang von 59 Milliarden Franken zu.

Zum anderen investierten die Schweizer Banken in grossem Umfang Mittel im Ausland, um die Kapitalbasis ihrer Tochterunternehmen im Ausland zu stärken. Dies führte zu hohen Netto-Direktinvestitionen von 28,5 Milliarden Franken (Vorjahr: 17,1 Milliarden).

Hohe Portfolio-Investitionen im Ausland

Zudem führte die im Ausland emittierte UBS-Pflichtwandelanleihe (6 Milliarden Franken), welche der Bund zu deren Rettung übernahm, zu weiteren Mittelabflüssen.

Aber auch bei den vom Stabilitätsfonds übernommenen Aktiven UBS in der Höhe von 16 Milliarden Franken handelte es sich um Wertpapiere ausländischer Emittenten, was die Portfolioinvestitionen im Ausland im Vergleich zum Vorjahresquartal insgesamt mit 27,2 Milliarden Franken deutlich ansteigen liess (Vorjahresquartal: 3,2 Milliarden).

Daneben waren auch die ausländischen Portfolioinvestitionen in der Schweiz hoch (+12,9 Milliarden Franken). Dazu trugen unter anderem ausländische Investoren bei, die Aktien von Banken in der Schweiz erwarben. Dies führte zu Netto-Portfolioinvestitionen in der Höhe von 14,3 Milliarden Franken.

Gesamtjahr mit Rückgang

Im Gesamtjahr sank die Ertragsbilanz um 2,2 Milliarden auf 49,3 Milliarden Franken. Der Exportüberschuss nahm dank der drei ersten dynamischen Quartale mit 62,9 Milliarden Franken zwar um 9,4 Milliarden zu. Dies konnte aber die starke Abnahme beim Netto-Kapitaleinkommen mit 10,2 Milliarden Franken (2007: 21,7 Milliarden Franken) nicht kompensieren. (sda)

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