In Zoo-Klinik: Zahnarzt verpasst Wolf eine Wurzelbehandlung
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In Zoo-KlinikZahnarzt verpasst Wolf eine Wurzelbehandlung

Ein Genfer Zahnarzt hatte am Samstag einen speziellen Patienten auf dem Behandlungstisch. Im Zoo von La Garenne behandelte er einen Wolf.

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duf

Ein Genfer Zahnarzt hatte am Samstag einen speziellen Patienten. Im Zoo von La Garenne hat er einen Wolf einer Wurzelbehandlung unterzogen.

Eigentlich ist Christian Emmenegger ein Zahnarzt aus Grand-Lancy (GE). Am vergangenen Samstag aber wurde er in die Zoo-Klinik nach La Garenne gerufen, wo ein betäubter Wolf auf ihn wartete. Bei diesem führte der Spezialist eine Wurzelbehandlung durch, wie 20 minutes berichtet.

Zuvor stellte der Tierarzt des Parks, Jérôme Föllmi, eine Wunde an der Wange des Tieres fest, die er mit Antibiotika behandelte. Um die genauen Ausmasse der Verletzung im Mund zu inspizieren, wurde der Wolf betäubt. Der Veterinär entdeckte daraufhin ein Loch im Zahn des Tieres.

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Der Wolf ist zuerst in seinem Gehege betäubt worden.

Der Wolf ist zuerst in seinem Gehege betäubt worden.

La Garenne
Jérôme Föllmi, Tierarzt des Zoos, und Direktor Michel Gauthier-Clerc bringen das betäubte Tier in die Zoo-Klinik.

Jérôme Föllmi, Tierarzt des Zoos, und Direktor Michel Gauthier-Clerc bringen das betäubte Tier in die Zoo-Klinik.

La Garenne
Dort wurde seine Verletzung zuerst untersucht.

Dort wurde seine Verletzung zuerst untersucht.

La Garenne

Eingriff vom Spezialisten

«Wir wollten sichergehen, dass wir das Bestmögliche tun, um eine erneute Behandlung zu verhindern», wie Zoodirektor Michel Gauthier-Clerc zu 20 minutes sagt. Der Wolf hätte sonst noch einmal betäubt werden müssen. Deshalb zogen sie mit Christian Emmenegger einen Spezialisten hinzu, der die Behandlung erfolgreich durchführen konnte.

«Genial, eine solche Behandlung durchzuführen»

«Ich habe einst einen Artikel über einen Zahnarzt gelesen, der in einem Zoo den Zahn eines Löwen entfernt hatte. Ich war begeistert und wusste, dass ich so etwas auch einmal machen möchte», sagte Emmenegger. Die Erfahrung bereut er nicht. Es sei einfacher und zugänglicher gewesen als gedacht. Das für den Eingriff verwendete Material landete vorsichtshalber im Mülleimer.

Zahnbehandlungen bei Wildtieren sind immer heikel, insbesondere, wenn sie erst transportiert werden müssen, wie Yasmine Ponnampalam vom Zoo Bois du Petit Château in La Chaux-de-Fonds zu 20 minutes sagte. Eine Intervention vor Ort sei deshalb immer vorzuziehen.

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