Zahnarzt verrät: Wie schädlich sind Zahnkristalle für die Zähne?
Zurückhaltung war einmal. Zahnkristalle oder Tooth Gems kommen 2021 bunt und in grosser Zahl daher. 

Zurückhaltung war einmal. Zahnkristalle oder Tooth Gems kommen 2021 bunt und in grosser Zahl daher.

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Cool oder Gefährlich?Zahnkristalle sind zurück!

Ein strahlendes Lächeln bekommt eine ganz neue Bedeutung, wenn an diamantweissen Zähnen plötzlich auch tatsächliche Diamanten glitzern. An den Anblick solltest du dich gewöhnen: Zahnkristalle feiern ihr Comeback.

von
Malin Mueller

Wenn es um Trends geht, wussten schon unsere Mamis früher Bescheid: Irgendwann kommt alles zurück. Nach dem berühmt-berüchtigten Mullet, dem Reverse Cat Eye und Ed Hardy (kein Scherz) legt die Comeback-Welle nun einen Stopp bei den Zähnen ein – und verleiht unserem strahlenden Lächeln mit Zahnkristallen (englisch: Tooth Gems) den letzten Schliff.

Ja, richtig gelesen: Zirkonia, Diamanten, aber auch kleine Herzen, Sterne oder Kreuze finden jetzt den Weg zurück auf Eck- und Schneidezähne.

Wir erinnern uns an die frühen 2000er. Damals war Strass allgegenwärtig. Nur logisch also, dass er nach Gürteln, Bauchnabelpiercings, T-Shirts und Jogginghosen mit glitzernden «Baby»-Schriftzügen auf den Po-Taschen irgendwann auch seinen Weg in unser Gesicht fand.

Strass in der Schweiz

Was beim Revival nicht mehr ganz so en vogue ist wie damals: Zurückhaltung. Statt auf ein dezentes weisses Steinchen setzt man heute gern gleich auf mehrere bunte Exemplare. Gut zu sehen ist das bei der Zürcher Glitzeria. Hier dekoriert Zahntechnikerin Lynn Blattmann Tropfen, Zahlen oder auch mal einen ganzen Zahn voller Steinchen. Die Verzierungen halten von einigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren. Gebohrt werden muss nicht.

«Seit Januar 2021 klebe ich die Tooth Gems. Nicht nur die Nachfrage steigt. Immer mehr Menschen wollen grosse, auffällige Designs. Das freut mich total!», so Lynn.

So kommt der Stein auf den Zahn

«Die Oberfläche des Zahnes wird leicht angeätzt», erklärt die Zahntechnikerin. «Die Steine werden anschliessend mit einem speziellen Dentalleim angeklebt». Das klingt erstmal gefährlich. Das Verfahren ist allerdings ähnlich zu dem, mit dem auch Zahnspangen angebracht werden.

Auch Cedric Regez, Eidg. Dipl. Zahnarzt und Inhaber der Zürcher Zahnarztpraxis Style your Smile bestätigt: «Für einen Experten oder eine Expertin ist das kein Problem und schnell gemacht. Ausserdem ist die Behandlung komplett reversibel. Die Steinchen können beim Zahnarzt abgeschliffen werden. Man sieht im Anschluss nichts mehr davon.»

Was kann schiefgehen?

Ohne grösseren Risiken bleibt die Applikation aber nur, insofern man dafür einen Profi aufsucht. Zahnarzt Regez warnt: «Werden die Kristalle ungeschult geklebt, können sie schnell zu einer Brutstelle für Karies werden.»

Günstige Kits für daheim kommen zudem häufig mit einem Kleber in schlechter Qualität daher, der nicht für die Nutzung im Mund gemacht ist. Im besten Fall hält der Stein damit nur eine kurze Zeit. Im schlechtesten Fall verfärben sich Zähne dauerhaft, der Zahnschmelz nimmt Schaden und es werden giftige Stoffe aufgenommen, die ernsthaft krank machen können. Auch in Strasssteinen mit minderer Qualität können giftige Metalle enthalten sein. Eine Rechnung, die sich nicht lohnt.

Das gilt vor allem, weil die Kosten beim Profi überschaubar bleiben. Je nach Material bekommt man ein Steinchen ab 50 Franken, zusätzliche sogar günstiger. Nach oben hin sind – vor allem wenn echte Diamanten ins Spiel kommen – wie so oft keine Grenzen gesetzt.

Wie gefallen dir die Tooth Gems? Hast du den Trend sogar schon selbst ausprobiert? Teile deine Meinung in den Kommentaren mit uns!

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