Trotz roter Zahlen: Zalando geht an die Börse
Aktualisiert

Trotz roter ZahlenZalando geht an die Börse

Der nächste Internetkonzern will aufs Parkett. Online-Händler Zalando plant sein Going public. Dabei sehen die Zahlen des Konzerns nicht gerade vielversprechend aus.

von
laf
Zalando-Paket: Online-Shopping boomt.

Zalando-Paket: Online-Shopping boomt.

Noch in diesem Jahr soll es so weit sein: Der Onlineshopping-Anbieter Zalando plant den Gang aufs Parkett, berichtet das deutsche «Manager-Magazin». Sollte Zalando seine Pläne umsetzen, wäre es der grösste Börsengang eines deutschen Technologieunternehmens seit Infineon im Jahr 2000. Der Chiphersteller war damals mit 5,4 Milliarden Euro gelistet worden. Der Wert von Zalando liegt laut Schätzungen momentan bei rund 3,7 Milliarden.

Man befinde sich schon auf der Zielgeraden, heisst es in dem Bericht, zu dem sich Zalando nicht äussern will. Doch es sind auch schon Details bekannt: So muss sich der Onlinehändler offenbar noch zwischen zwei Handelsplätzen entscheiden: Frankfurt und New York. Auch die Bank, die als Geburtshelfer den Börsengang betreut, steht noch nicht fest. Zalando will sich dabei aber offenbar an amerikanischen Tech-Grössen orientieren. Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan Chase buhlen um den Auftrag, heisst es – die Banken waren bereits bei den Börsengängen von Facebook und Twitter beteiligt.

Immer noch rote Zahlen

Ob man von den Investoren aber das Schreien vor Glück hören wird, das Zalando über eine Marketingkampagne bekannt machte, bleibt fraglich, denn: Das Unternehmen schrieb seit seiner Gründung jedes Jahr Verluste, auch 2013 landete man in den roten Zahlen. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, hat man den Verlust vergrössert. Schon im Vorjahr hatte er 90 Millionen Euro betragen, genaue Zahlen sind nicht bekannt. Die Umsatzziele jedenfalls verpasste Zalando im vergangenen Jahr. Statt wie geplant 2 Milliarden setzte der Konzern nur 1,8 Milliarden Euro um.

Doch dieses Jahr soll sich alles ändern. Zalando hat aufgeräumt. Das Angebot an Eigenmarken, welches eine ganze Menge an Geld frass, hat der Händler inzwischen reduziert. Auch das Marketing-Budget reduzierte man - vorerst dürfte man also erst einmal weniger hysterisches Geschrei in der Fernsehwerbung hören. Wie ein Insider dem «Manager-Magazin» erklärt, will man es bis zum dritten Quartal dieses Jahres in die schwarzen Zahlen schaffen. Und dann will man abheben. Der Börsengang soll nur ein erster Schritt sein. Offenbar planen nach Zalando Deutschland auch die Schwesterunternehmen in Russland und Brasilien den Gang aufs Parkett.

Zalando steigert Umsatz um 50 Prozent

Der Online-Modehändler Zalando ist im vergangenen Jahr erneut kräftig gewachsen, schreibt aber weiter rote Zahlen. Der Umsatz stieg 2013 um mehr als 50 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro, wie das Berliner Unternehmen am Freitag mitteilte.

Allerdings verbesserte sich die Profitabilität weniger als erhofft, wie Geschäftsführer Rubin Ritter einräumte. Ein Grund dafür seien branchenweit hohe Preisnachlässe nach einem milden Winter und späten Sommerbeginn gewesen.

Zudem investierte Zalando in Logistik-Zentren. Die Rücksendequote sei stabil geblieben: Jeder zweite bestellte Artikel werde wieder zurückgeschickt, teilte der Versandhändler mit. (SDA)

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