Beliebteste Marken: Zalando räumt ab, Bio-Labels holen auf
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Beliebteste MarkenZalando räumt ab, Bio-Labels holen auf

Internetmarken stehen bei Schweizer Jugendlichen hoch im Kurs. Aber auch Bio-Produkte schaffen es erstmals in die Rangliste der beliebtesten Marken.

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pam
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Die Werbeagentur Havas hat zusammen mit einem Marktforschungsinstitut die beliebtesten Marken bei den 15- bis 25-Jährigen ermittelt. Für die Auswertung wurden 4221 Personen befragt. (Beliebtheitsskala 0-100).

Die Werbeagentur Havas hat zusammen mit einem Marktforschungsinstitut die beliebtesten Marken bei den 15- bis 25-Jährigen ermittelt. Für die Auswertung wurden 4221 Personen befragt. (Beliebtheitsskala 0-100).

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«Dass Zalando dieses Jahr bei der Beliebtheit den Spitzenplatz belegt, zeigt, dass sich Online-Shopping nach anfänglichen Zweifeln etwa bei Auslieferungen oder Retouren etabliert hat», sagt Havas-Chef Frank Bodin.

«Dass Zalando dieses Jahr bei der Beliebtheit den Spitzenplatz belegt, zeigt, dass sich Online-Shopping nach anfänglichen Zweifeln etwa bei Auslieferungen oder Retouren etabliert hat», sagt Havas-Chef Frank Bodin.

Keystone/Peter Klaunzer
Im Kleidergeschäft tut sich zwischen Zalando und den etablierten Unternehmen ein Graben auf: Am schlechtesten schneidet bei den Jungen die Marke Charles Vögele ab.

Im Kleidergeschäft tut sich zwischen Zalando und den etablierten Unternehmen ein Graben auf: Am schlechtesten schneidet bei den Jungen die Marke Charles Vögele ab.

Keystone/Steffen Schmidt

Zalando, Whatsapp, Netflix: Diese Marken erreichen laut einer repräsentativen Umfrage der Werbeagentur Havas die höchsten Beliebtheitswerte bei den 15- bis 25-Jährigen. Auf die drei Podestplätze folgen weitere Schwergewichte aus der Internetbranche wie Google, Instagram und Youtube. Neu in den Top Ten von insgesamt 505 untersuchten Marken sind bei den Jungen erstmals Migros Bio und Bio Suisse.

Für die Auswertung hatten die Werber mit einem Marktforschungsunternehmen 4221 Personen befragt, denen die Logos der Marken vorgelegt wurden. Dabei wurde abgefragt, wie beliebt die Marken sind und wie positiv man deren Zukunftsaussichten bewertet.

Zalando an der Spitze, Vögele ist Schlusslicht

«Dass Zalando dieses Jahr bei der Beliebtheit den Spitzenplatz belegt, zeigt, dass sich Online-Shopping nach anfänglichen Zweifeln etwa bei Auslieferungen oder Retouren etabliert hat», sagt Havas-Chef Frank Bodin. Im Kleidergeschäft tut sich zwischen Zalando und den etablierten Unternehmen ein Graben auf: Am schlechtesten schneidet bei den Jungen die Marke Charles Vögele ab.

Neben Zalando dominieren Internetfirmen die Rangliste. «Das zeigt, wie digital die Jugend tickt», sagt Bodin. Auch die grosse Beliebtheit des Bezahldiensts Paypal deutet für Bodin darauf hin, dass in der Finanzbranche die Digitalisierung und damit das bargeldlose Zahlen nicht mehr aufzuhalten ist.

Bio-Marken bei Jungen hoch im Kurs

Werber Bodin sieht zudem an der Platzierung zweier Bio-Marken in den Top Ten, dass der umweltbewusste Konsum an Bedeutung gewinnt. «Diese Tendenz wird sich in Zukunft noch verstärken und ist umso erstaunlicher, weil vor einigen Jahren Bio-Marken noch belächelt wurden.»

Auch für Markenexperte Stefan Vogler ist es erstaunlich, «dass Bio-Marken bei einem jungen Publikum, das beim Preis knallhart kalkuliert, punkten können». Dies zeige, dass die Sensibilisierung bei Umweltthemen durch die Unternehmen Wirkung zeige.

Ein hippes Image allein reicht nicht

Vogler erklärt, dass die junge Kundschaft für Firmen besonders interessant sei, weil die Unternehmen hier ihren zukünftigen Kundenstamm rekrutieren könnten. «Wer in der Jugend bereits auf eine Marke setzt und zufrieden ist, wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch später tun», sagt Vogler.

Damit eine Marke bei der jungen Zielgruppe jedoch erfolgreich ist, braucht es laut Vogler mehr, als sich einfach ein hippes Image anzuheften. «Zuerst muss die Leistung stimmen, denn mit ihrem schmalen Budget kalkulieren die Jungen knallhart und wechseln die Marke, wenn das Produkt nichts taugt.» Netflix sei ein gutes Beispiel für die Tiefpreisstrategie. Als zweiter Faktor sei es es zentral, dass die Marke glaubwürdig erscheine. «Die Beliebtheit von Bio-Marken zeigt, dass die Glaubwürdigkeit hoch ist und das Versprechen, nachhaltig zu konsumieren, bei der Zielgruppe ankommt.»

Beliebteste Marken bei den 15- bis 25-Jährigen

1. Zalando (81,3)

2. Whatsapp (81,2)

3. Netflix (75,9)

4. Google (72,6)

5. Instagram (72,5)

6. Youtube (71,2)

7. Paypal (68,7)

8. Snapchat (68,7)

9. Migros Bio (64,1)

10. Bio Suisse (62,0)

Die Prognose der beliebtesten Marken für 2019

1. Whatsapp (86,7)

2. Google (84,7)

3. Zalando (83,6)

4. Marke Schweiz (82,8)

5. Aldi Schweiz (81,4)

6. Youtube (80,9)

7. Migros Bio (80,9)

8. Lidl Schweiz (80,5)

9. Coop Aus der Region (79,7)

10. Coop Pronto (78,6)

Quelle: Havas Brand Predictor Survey

20 Minuten bleibt Top-Medienmarke

20 Minuten ist die beliebteste Medienmarke der Schweiz und wird mit Abstand als dynamischster Titel wahrgenommen. Das zeigt das jährliche Markenranking der Werbeagentur Havas. Auch bei Vertrauen in die Marke schneidet 20 Minuten auf einem Spitzenplatz ab und lässt etablierte Bezahlzeitungen weit hinter sich. Im Gesamtranking folgen die Coop Zeitung und das Migros Magazin auf Platz zwei und drei.

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