Tech-Hub im Hochhaus – Zalando zieht in den Prime Tower und baut Zürcher Standort aus
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Tech-Hub im HochhausZalando zieht in den Prime Tower und baut Zürcher Standort aus

Der deutsche Modehändler will in Zürich über 150 Leute beschäftigen. Daher zieht Zalando im kommenden Frühling in zwei Etagen des Prime Towers. Die Mitarbeitenden werden dort an der virtuellen Umziehkabine tüfteln.

von
Dominic Benz
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Zalando baut in Zürich einen Tech-Hub auf und mietet sich ab kommenden Frühling im Prime Tower ein.

Zalando baut in Zürich einen Tech-Hub auf und mietet sich ab kommenden Frühling im Prime Tower ein.

20min/Community
Am neuen Standort sollen künftig über 150 Mitarbeitende an einer virtuellen Umkleidekabine für die Kunden und Kundinnen tüfteln. 

Am neuen Standort sollen künftig über 150 Mitarbeitende an einer virtuellen Umkleidekabine für die Kunden und Kundinnen tüfteln.

REUTERS
Mit der neuen Technologie sollen Kunden und Kundinnen schon beim Shoppen im Netz die passende Grösse für die Hose, Bluse oder die Jacke finden.

Mit der neuen Technologie sollen Kunden und Kundinnen schon beim Shoppen im Netz die passende Grösse für die Hose, Bluse oder die Jacke finden.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • Zalando will in Zürich einen Tech-Hub errichten.

  • Um am Schweizer Standort wachsen zu können, zieht das Unternehmen in den Prime Tower ein.

  • Dort sollen künftig über 150 Zalando-Angestellte arbeiten

  • Stacia Carr, Vizepräsidentin des Bereichs «Size and Fit» bei Zalando, sagt im Gespräch mit 20 Minuten, warum sich das Unternehmen ausgerechnet in Zürich einnistet.

Zalando will sich in Zürich niederlassen. Bereits nach der Übernahme des Zürcher Start-ups und ETH-Spinoffs Fision im vergangenen Jahr gab der deutsche Online-Modehändler bekannt, in der Limmatstadt einen Tech-Hub aufbauen zu wollen.

Jetzt ist klar, wo genau sich Zalando in Zürich niederlässt: Im Hochhaus Prime Tower wird sich das Unternehmen im 23. und in die Hälfte des 7. Stocks einmieten, wie 20 Minuten exklusiv erfahren hat. Am neuen Standort sollen künftig über 150 Mitarbeitende an einer virtuellen Umkleidekabine für die Kunden und Kundinnen tüfteln.

Das ist Zalando in Zahlen

Zalando ist in Europa einer der grössten Online-Plattformen für Mode. Gegründet wurde das Unternehmen 2008 in Berlin. Im vergangenen zweiten Quartal konnte Zalando seinen Umsatz um 34 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro steigern. Der Gewinn sank hingegen um 13 Prozent auf 184 Millionen Euro. Übers Jahr gesehen macht Zalando rund acht Milliarden Euro. Rund 16’000 Angestellte arbeiten für den Moderiesen, während der Onlinestore laut eigenen Angaben rund 45 Millionen aktive Kundinnen und Kunden hat. Im Shop gibt es 950’000 Artikel von über 4500 Marken. Das Angebot von Zalando gibt es in 23 Ländern.

Diese neue Technologie ist für den Modehändler entscheidend. Kunden und Kundinnen sollen schon beim Shoppen im Netz die passende Grösse für die Hose, Bluse oder die Jacke finden. Zalando will so die hohe Zahl an Rücksendungen und damit auch den CO2-Ausstoss reduzieren.

Daher plant Zalando, das Team rund um Fision kräftig auszubauen. Das Start-up entwickelt Technologien für die Erstellung virtueller 3D-Modelle von Körpern und Kleidungsstücken. Derzeit arbeiten 35 Zalando-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen noch an der Stampfenbachstrasse in Zürich.

Warum sich Zalando ausgerechnet im Prime Tower einnistet und wann Kundinnen und Kunden in der virtuellen Umziehkabine shoppen können, verrät Stacia Carr, Vizepräsidentin des Bereichs «Size and Fit» bei Zalando, im Gespräch mit 20 Minuten.

Frau Carr, warum will sich Zalando gerade in Zürich niederlassen?Zürich bietet uns ein grossartiges Umfeld. Grosskonzerne wie Google und Facebook haben sich hier niedergelassen. Die Nähe zu den Hochschulen ETH und der EPFL in Lausanne bietet uns einen grossen Pool an Talenten. Grundstein für den Tech-Hub ist aber die Übernahme des Start-ups Fision aus Zürich. Da war es für uns naheliegend, hierher zu kommen.

Ist der Prime Tower der richtige Ort für Zalando? Der Standort hat eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Auch gibt es im Quartier viele Restaurants und andere Start-ups. Dieser Mix war für uns ausschlaggebend. Es war nicht einfach, in Zürich einen passenden Standort zu finden. Wir waren rund ein halbes Jahr auf der Suche. Die zwei Stöcke im Prime Tower bieten uns nun genügend Platz, um hier zu wachsen.

Der Standort Zürich soll wachsen. Können sich Schweizerinnen und Schweizer jetzt bei euch bewerben?
Daher werden wir im ersten Quartal 2022 diverse Jobs ausschreiben. Dann können sich auch Schweizerinnen und Schweizer bewerben. Wir werden dann Talente in den Bereichen Software Engineering, Produkte-Entwicklung und -Design sowie Applied Science suchen.

Am Tech Hub entwickeln sie Technologien, damit die Kundinnen und Kunden online auf Anhieb die richtige Kleidergrösse finden. Was kommt da auf die Kunden und Kundinnen zu?
Schon jetzt erhalten die Kunden und Kundinnen beim Shoppen auf Zalando Grössen-Empfehlungen. Diese basieren vor allem auf den Erfahrungen der getätigten Einkäufe in der Vergangenheit. Künftig wollen wir ein Tool anbieten, mit dem man den eigenen Körper abmessen kann. Aufgrund der Daten generieren wir einen Avatar und eine virtuelle Umziehkabine.

Das ist in Bezug auf den Datenschutz nicht heikel?
Die Bilder, die für das Abmessen des Körpers gemacht werden, bleiben auf dem jeweiligen Smartphone oder Computer der Userinnen und User und gehen nicht an Zalando. Die nötigen Daten werden direkt auf den Geräten berechnet. Jeder Kunde und jede Kundin kann selbst entscheiden, ob er oder sie den Service nutzen will oder nicht.

Wann können die Kundinnen und Kunden in der virtuellen Umkleidekabine shoppen?
Im nächsten Jahr wird man die Technologie für die Vermessung des Körpers nutzen können. Die Avatare werden später kommen – vielleicht 2023.

Um wieviel kann die Retouren-Quote mit der neuen Technologie gesenkt werden? Wir wollen weiterhin, dass Kundinnen und Kunden ihre Kleider probieren und zurückschicken können. Das ist unser Geschäftsmodell. Hingegen wollen wir die unnötigen Retouren reduzieren.

Was meinen Sie damit?
Unnötige Retouren sind jene, die man etwa aufgrund der falschen Grösse zurückschickt. Bereits jetzt sehen wir eine Reduktion. Derzeit liegt sie zwischen 6,8 bis zehn Prozent. Das reicht uns aber noch nicht. Wir wollen das Einkaufen bei uns so einfach wie möglich machen. Es soll so sein, wie wenn man einen Laden betritt.

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