Ständerat: Zanetti soll Ernst Leuenberger nachfolgen

Aktualisiert

StänderatZanetti soll Ernst Leuenberger nachfolgen

Die Solothurner SP schickt für die Nachfolge des verstorbenen Ständerates Ernst Leuenberger Kantonsrat Roberto Zanetti ins Rennen.

Der ehemalige Regierungsrat setzte sich am Parteitag in Oensingen gegen seine Konkurrentin Beatrice Heim durch. Die Ersatzwahl findet am 29. November statt.

Die Nominierung fiel knapp aus. Die SP wählte Zanetti mit 70 Stimmen. Damit lag er nur 6 Stimmen über dem absoluten Mehr von 64. Beatrice Heim erhielt 56 Stimmen. Zanetti zeigte sich in einer bewegten Rede gerührt und beeindruckt von seiner Nominierung.

Die SP-Mitglieder spendeten ihm minutenlang Applaus. Zanetti begrüsste auch das relativ knappe Resultat: Mit Nationalrätin Heim haber er eine äusserst kompetente Konkurrentin gehabt.

Dann nahm Zanetti die SP in die Pflicht: Er erwarte von jedem, der ihn gewählt habe, dass er im Wahlkampf drei Abende auf kommunikativen Nahkampf gehe und sich für den Ständeratssitz der SP einsetze. Wer für Beatrice Heim gestimmt habe, solle zwei Abende dafür aufwenden, sagte er.

Bewegte Vergangenheit

Zanetti blickt auf eine Berg- und Talfahrt in der Politik zurück. Der 55-Jährige wurde 2005 vom Solothurner Stimmvolk nach nur zwei Jahren im Regierungsrat abgewählt. Ihm war die Affäre um die Fundraising-Stiftung Pro Facile des mutmasslichen Millionen- Betrügers Dieter Behring und um Wahlspenden aus dem Umfeld der Stiftung zum Verhängnis geworden.

In der Regierung stand er dem Departement Volkswirtschaft vor. Es war die erste Abwahl eines Regierungsrats im Kanton Solothurn überhaupt. Zuvor hatte Zanetti von 1999 bis 2003 die SP im Nationalrat vertreten.

Der 55-Jährige begann seine Politkarriere in Gerlafingen, wo er zwischen 1990 und 2000 Gemeindepräsident war. Von 1993 bis 1999 vertrat er die SP im Kantonsrat. 1995 präsidierte er die Finanzkommission. Vier Jahre nach seiner Abwahl als Regierungsrat schafft Zanetti in diesem März sein politisches Comeback und eroberte einen Sitz im Solothurner Kantonsrat.

Leuenberger erlag Krebsleiden

Die Ersatzwahl für den Ständerrat wurde nach dem Tod von «Aschi» Leuenberger notwendig. Der SP-Politiker erlag Ende Juni seiner Krebserkrankung. Leuenberger hatte Solothurn von 1999 bis 2009 im Ständerat vertreten. SP-Kantonalpräsidentin Evelyn Borer bat zu Beginn der Parteiversammlung um eine Schweigeminute.

Mit Leuenbergers Wahl hatte die SP 1999 einen Sitz auf Kosten der CVP gewonnen. Diese entscheidet am nächsten Dienstag, wen sie ins Rennen schickt. Die Parteileitung schlägt der Delegiertenversammlung zwei Kandidaten vor. Zur Auswahl stehen Roland Fürst, Direktor der Solothurner Handelskammer, und Nationalrätin Elvira Bader.

(sda)

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