Zapatero: Afghanistan statt Irak

Aktualisiert

Zapatero: Afghanistan statt Irak

Der designierte spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero will einem Pressebericht zufolge die Militärpräsenz seines Landes in Afghanistan ausweiten.

Er hatte bereits angekündigt, Truppen aus Irak abzuziehen.

Wie die Madrider Zeitung «El Pais» am Dienstag berichtete, will der Sozialdemokrat damit seine Entschlossenheit im Anti-Terror- Kampf unter Beweis stellen, nachdem er den Abzug der 1300 spanischen Soldaten aus Irak in Aussicht gestellt hatte.

Derzeit sind 125 spanische Soldaten als Teil der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) in dem Land am Hindukusch stationiert. Im Gegensatz zum Irak-Einsatz wird die unter NATO- Kommando stehende ISAF-Mission von der UNO unterstützt. Um wie viele Soldaten Zapatero die spanischen Truppen in Afghanistan aufstocken will, berichtete «El Pais» nicht.

Nach seinem überraschenden Wahlsieg am 14. März hatte Zapatero angekündigt, er werde die spanischen Truppen aus Irak abzuziehen, falls sie nach ihrem am 30. Juni auslaufenden Mandat nicht der UNO unterstellt würden.

Der scheidende Ministerpräsident José María Aznar von der rechtsgerichteten Volkspartei (PP) nannte diese Entscheidung einen «schweren Fehler», von dem «der Terrorismus profitieren» werde.

Aznar hatte im Irak-Krieg eng an der Seite der USA und Grossbritanniens gestanden und entgegen dem Willen der Mehrheit der Spanier Truppen nach Irak geschickt. Viele Wähler sahen die Anschläge von Madrid vor knapp zwei Wochen als Quittung für diese Politik an.

(sda)

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