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Nach TerroranschlagZapatero: Es war die ETA

Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero hat die baskische Untergrundorganisation ETA für den Bombenanschlag mit zwei Toten auf Mallorca verantwortlich gemacht. «Sie werden den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen», drohte er.

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kle/am/sda

Augenzeugen-Video nach dem Bombenanschlag. (Quelle: Youtube)

Die beiden Beamten der Guardia Civil seien von der ETA getötet worden, sagte Zapatero. Er verurteile den neuerlichen Anschlag mit viel Schmerz und Wut, aber auch mit Entschlossenheit.

Die Mörder der beiden Polizisten würden nicht entkommen, versicherte der Ministerpräsident. «Sie werden festgenommen, verurteilt und werden den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen.»

Zweite Bombe entschärft

Die spanische Polizei hat am späten Nachmittag eine weitere Bombe in Palmanova gefunden. Zuvor tötete eine Autobombe im selben Ort zwei spanische Polizisten.

Die spanische Polizei hat unter einem Auto der Guaria Civil eine zweite Bombe gefunden. Der Fund wurde am frühen Abend bekannt und soll sich ebenfalls in der Nähe der Kaserne des Touristenorts Palmanova befunden haben. Die Autobombe konnte laut ersten Angaben entschärft werden. Bereits kurz vor zwei Uhr explodierte im Badeort auf Mallorca eine Autobombe und tötete zwei Polizisten.

Die spanischen Behörden haben darauf um 15.30 Uhr den kompletten Flug- und Schiffsverkehr von der Ferieninsel gestoppt. Kein Mensch durfte die Insel vorübergehend verlassen. «Als Folge des Anschlags haben die staatlichen Sicherheitskräfte die Insel abgeriegelt, um die Flucht der Terroristen zu verhindern», hiess es in einer Mitteilung des Ministeriums. Teilweise Entwarnung gab es gegen 18 Uhr, nachdem die Behörden den Flugverkehr überraschend wieder freigaben.

Autobombe tötete zwei Polizisten

Am frühen Nachmittag wurden bei einer schweren Explosion in der Küstenstadt Palmanova auf Mallorca zwei Polizeibeamte getötet sowie rund 60 Personen verletzt. Der Anschlag war gegen die Besatzung eines Streifenwagens der paramilitärischen Guardia Civil gerichtet. Wie der Präfekt auf den Balearen, Ramon Socías, mitteilte, hatten die Terroristen an dem Polizeifahrzeug eine Haftbombe angebracht und mit einer Fernzündung zur Explosion gebracht. Die beiden Beamten an Bord des Fahrzeugs waren auf der Stelle tot.

Ob sich Touristen unter den Opfer befinden, ist noch unklar. Die Explosion ereignete sich allerdings nur 500 Meter vom beliebten Strand entfernt. Zudem befinden sich zahlreiche Hotels rund um den Tatort. Vorerst gibt es noch keine Hinweise auf Schweizer Opfer, sagte Jean Philipp Jutzi vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Der Präfekt Ramon Socías wies Medienberichte zurück, wonach bei der Explosion mehrere Passanten verletzt wurden.

Das deutschsprachige Inselradio berichtet über die Lage in Palmanova: «Der Ort ist momentan abgeriegelt, die Menschen müssen in den Häusern bleiben.»

König soll nach Mallorca kommen

Wie das staatliche spanische Radio RNE am Donnerstag berichtete, war in Palmanova in der Nähe einer Polizeikaserne ein Sprengsatz in einem Geländewagen explodiert. Nach Angaben der Ermittler deutet alles darauf hin, dass es sich bei dem Attentat um einen weiteren Anschlag der ETA handelt.

Die ETA hat in der Vergangenheit mehrere Anschläge auf Mallorca verübt, dabei aber bislang keinen Menschen getötet. Im Jahr 1995 war die Organisation auf der Insel mit dem Vorhaben gescheitert, den spanischen König Juan Carlos mit einem Präzisionsgewehr zu erschiessen.

Der Anschlag auf die Polizisten ereignete sich nur etwa acht Kilometer vom Marivent-Palast entfernt, in dem die königliche Familie traditionell ihre Sommerferien verbringt. Juan Carlos und Königin Sofía werden am kommenden Samstag auf Mallorca erwartet.

«Chaos und Nervosität»

Nach Angaben von Augenzeugen entstanden bei der Explosion keine grösseren Gebäudeschäden. Ein Augenzeuge berichtete gegenüber dem spanischen Fernsehsender TVE: «Nach einer lauten Explosion sahen wir eine aufsteigende Rauchwolke. Bald standen sehr viele Leute um das Auto und ein Verletzter lag auf der Strasse, der reanimiert werden musste. Die Rettungskräfte brachten Spürhunde an den Tatort, um weitere Bomben zu suchen. Es herrscht Chaos und Nervosität.»

Zwei blutige Anschläge innert zwei Tagen

Bereits am Mittwoch war bei einem Autobombenanschlag eine Polizeikaserne in der nordspanischen Stadt Burgos verwüstet worden. Etwa 60 Menschen wurden bei dem Anschlag leicht verletzt. Auch hinter diesem Anschlag wird die baskische Separatistenorganisation ETA vermutet.

Am Freitag begeht die ETA den 50. Jahrestag ihrer Gründung. Die spanischen Behörden hatten deshalb vor möglichen Anschlägen gewarnt. Bereits in früheren Fällen hatten die baskischen Terroristen touristische Ziele ins Visier genommen, um den spanischen Staat zu schädigen.

(kle/am/sda/dapd)

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