09.02.2015 11:23

Tierquälerei

Zara stoppt Verkäufe von Angorawolle

Nach mehr als einem Jahr beugt sich der weltgrösste Textilhändler dem Druck von Tierschützern: Angora ist nun auch beim Zara-Mutterkonzern Inditex tabu.

von
laf
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Die Tiere würden auf Streckbänke aufgespannt oder mit Seilen an der Decke befestigt. Anschliessend reissen oder schneiden Arbeiter ihnen das Fell vom Leib. (Screenshot Peta)

Die Tiere würden auf Streckbänke aufgespannt oder mit Seilen an der Decke befestigt. Anschliessend reissen oder schneiden Arbeiter ihnen das Fell vom Leib. (Screenshot Peta)

Die Kaninchen schreien vor Schmerz und tragen klaffende Wunden davon.(Screenshot Peta)

Die Kaninchen schreien vor Schmerz und tragen klaffende Wunden davon.(Screenshot Peta)

Nach der qualvollen Prozedur werden die Kaninchen in Käfigen gehalten. (Screenshot Peta)

Nach der qualvollen Prozedur werden die Kaninchen in Käfigen gehalten. (Screenshot Peta)

Tausende Mäntel, Jacken und Mützen nehmen Zara und Massimo Dutti in ihren insgesamt mehr als 6400 Läden weltweit aus dem Sortiment. Der Grund: Sie enthalten Angorawolle. Und das, so hat der Mutterkonzern Inditex entschieden, ist unethisch. Die betroffenen Kleidungsstücke sollen aber nun zumindest noch einen guten Zweck erfüllen. Inditex spendet sie an syrische Flüchtlinge im Libanon.

Auch wenn Tierschützer die Entscheidung grundsätzlich begrüssen – sie kommt deutlich später als bei anderen Händlern. Über ein Jahr lang führte die Tierschutzorganisation Peta Gespräche mit Inditex, bevor die Spanier schliesslich beschlossen, den Angora-Verkauf einzustellen. Zuvorgekommen sind ihnen viele grosse Ketten, unter anderem H&M, C&A, Primark, Esprit und Topshop.

Seit Ende 2013 diskutiert

Angestossen wurde das Ganze bereits Ende 2013. Peta hatte im Dezember ein Video veröffentlicht, in dem gezeigt wurde, wie grausam die Wolle in China hergestellt wird: Niedliche Kaninchen werden auf Streckbänken festgehalten und Arbeiter rupfen ihnen brutal die Haare aus. Danach kommen die schreienden Tierchen nackt in einen winzigen Käfig. 90 Prozent aller weltweit produzierten Angorawolle kommt aus China.

Inditex hatte immer betont, man habe bei seinen Zulieferern keine Grausamkeit gegenüber Tieren feststellen können und bleibt auch jetzt dabei. Trotzdem: «Angora aus dem Sortiment zu verbannen ist die richtige Entscheidung, weil es die Branche zwingt, bessere Produktionswege zu finden», so Inditex zur britischen Zeitung «Guardian».

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