Pakistan: Zardari klarer Favorit bei Präsidentenwahl
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PakistanZardari klarer Favorit bei Präsidentenwahl

Angesichts der klaren Mehrheitsverhältnisse im Parlament gilt die Wahl von Asif Ali Zardari am Samstag zum neuen Präsidenten Pakistans als gesichert.

Die eigentliche Frage ist, ob der Führer der Volkspartei und Witwer der ermordeten früheren Ministerpräsidentin Benazir Bhutto bei den vielen Problemen seines Landes erfolgreicher sein kann als sein Vorgänger Pervez Musharraf, der im vergangenen Monat unter dem Druck eines laufenden Amtsenthebungsverfahrens zurückgetreten war.

«Es wird ein einfacher Sieg werden für Asif Ali Zardari, da wir die Unterstützung von mehr als 400 von den ungefähr 700 Abgeordneten haben», sagte Volkspartei-Sprecher Farhatullah Babar der Nachrichtenagentur AP. Zardari steht aber vor grossen Herausforderungen: Das Land steckt mitten in einer Wirtschaftskrise, gleichzeitig greifen militante Islamisten immer offener die bestehende Ordnung an. Den Kampf gegen den Terrorismus erklärte Zardari deshalb schon zu einer seiner wichtigsten Aufgaben. In einem Beitrag für die «Washington Post» schrieb er, Pakistan stehe an der Seite der USA, Grossbritanniens und Spaniens «und anderer, die angegriffen wurden». «Dieser Krieg ist unser Krieg», erklärte er. «Bei diesem Kampf geht es um die pakistanische Seele.»

Ein grundsätzlicher Kurswechsel ist von ihm nicht zu erwarten, auch die bislang engen Beziehungen zu den USA stehen wohl nicht zur Disposition. Daran ändern auch die Angriffe von US-Truppen auf pakistanischem Gebiet nichts, die sich gegen Anhänger der Taliban und des Terrornetzwerks Al Kaida in der Grenzregion richten. Dabei werden aber immer wieder auch Unschuldige getroffen, was in Pakistan für grosse Empörung sorgt.

Zardari wird aber darauf achten müssen, dass er sich nicht zu eng an die USA anlehnt, da ihm dies die Unterstützung der Bevölkerung kosten könnte. Schon jetzt wandten sich kurz vor der Wahl einzelne Abgeordnete aus den betroffenen Regionen von ihm ab. Trotz aller Kritik wird sich Pakistan aber nicht von den USA abwenden können, dazu ist das Land viel zu sehr auf die Milliarden Dollar der USA an Wirtschaftshilfe angewiesen. (dapd)

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