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Afrika bangt um Eto'oZaubert nur Drogba an WM?

Der Verlust Michael Essiens für die WM schmerzt nicht nur Ghana. Weil er neben Samuel Eto'o (Kamerun) und dem Ivorer Didier Drogba zu den Aushängeschildern von ganz Afrika gehört.

von
Andy Huber
Auf Drogbas Tore hofft die Elfenbeinküste. (Bild: AFP)

Auf Drogbas Tore hofft die Elfenbeinküste. (Bild: AFP)

Als Chelsea-Star Essien die Gewissheit hatte, dass er wegen seiner Knieverletzung nicht an der WM teilnehmen kann, ging er im Camp in Paris von Hotelzimmer zu Hotelzimmer und teilte den Mitspielern mit feuchten Augen die Hiobs­botschaft mit. Doch nicht nur seinen Landsleuten wird der Mittelfeld-Regisseur fehlen, sondern dem ganzen Kontinent. Weil die Afrikaner eine ihrer drei Identifikationsfiguren für Südafrika verloren haben. Ghana-Trainer Milovan Rajevac bringt es auf den Punkt: «Essien ist ein wichtiger Spieler, nicht nur für Ghana, sondern für die ganze WM. Wir wollten ihn dort haben, die Organisatoren wollten ihn – die ganze Welt wollte ihn.»

Essien, Drogba und Eto'o sind nicht nur hervorragende Fussballer, sondern auch die Idole in allen afrikanischen Ländern. In Südafrika beispielsweise gibt es Fans von Chelsea nur wegen Essien und Drogba und Fans von Inter nur wegen Eto'o. Sollte also das Team bereits in der Vorrunde scheitern, würden die Sympathien seiner Anhänger auf die Nationalteams von Eto'o und Drogba umschwenken, heisst es beim Gastgeber.

Deshalb wäre es für die WM verheerend, wenn der trötzelnde Eto'o seinen angedrohten Boykott durchzöge. Der Inter-Stürmer ist beleidigt, weil Kameruns Nationalheld Roger Milla ihm vorgeworfen hat, zu wenig für das Nationalteam zu leisten. Sagt Eto'o ab, herrscht auf dem Schwarzen Kontinent noch dunklere Nacht. Von den gros­sen drei würde nur Drogba für die über 1 Milliarde Afrikaner zaubern.

Wahrscheinlich gibt sich Eto'o aber doch noch einen Ruck. Dann könnte die WM auch dank ihm und Drogba zum völkerverbindenden Fest der Afrikaner werden, auf das alle hoffen.

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