DSDS: Zazou mit A..., Ach und Krach weiter
Aktualisiert

DSDSZazou mit A..., Ach und Krach weiter

Dieter Bohlen denkt, Zazou habe «Dynamit im Arsch». Nur dank der Jury kam die Zürcherin bei «Deutschland sucht den Superstar» weiter. Sprengstoff bot auch Kandidat Ardian, der Menowin 2.0.

von
Philipp Dahm

Zazou Mall steht bei «Deutschland sucht den Superstar» in der Runde der letzten Zehn: Mit Müh und Not konnte sich die Zürcherin in die Mottoshows herüberretten, nachdem sie und weitere sieben Kandidaten nach dem regulären Voting zittern mussten. Drei der acht Wackelkandidaten konnten die Juroren per Joker weiterkommen lassen: Dieter Bohlen, Patrick Nuo und Fernanda Brandao nahmen nach eigenem Bekunden dann auch die Kandidaten, die stimmenmässig an den Stellen sieben, acht und neun lagen.

Bohlen: Dynamit in Zazous A....

Dabei lag die 26-Jährige anfangs noch an erster Stelle: Die Zürcherin machte den Auftakt der Sendung am 19. Februar. Im knappen schwarzen Paillettenkleid und hochhackigen Schuhen besetzte Bohlens «süsses Mädchen» die Bühne und legte «One Love» von David Guetta aufs Parkett. Den folgenden Applaus habe sie verdient, gibt Moderator Marco Schreyl anschliessend seinen Senf dazu: «Super gemacht, Zazou!» Doch wichtig ist, was die Jury und die Zuschauer sagen.

Das Publikum hatte Zazou, die Bohlen wenig taktvoll auch als «Schokohäschen» betitelte, zuvor auf Mundart und auch Hochdeutsch zum Anrufen animiert. Als Patrick Nuo dann den Auftritt beurteilen sollte, sprach auch er Schwiizerdütsch: «S isch sehr guet gsi!» Und weiter: «Ich bin jetzt noch baff. Bist du wirklich Schweizerin? So ein Temperament würde ich auch gerne haben!» Fernanda Brandao lobte das «super Opening» und Bohlen sah «Dynamit im Arsch». Der Produzent mahnte aber auch, sie müsse an ihrer Stimme arbeiten. «Du bist telegen. Süss ist okay. Aber kann man aus die auch einen Star machen?»

Ardian, ein «Menowin mit anderen Mitteln»

Dass RTL diese Frage bei einem anderen Kandidaten mit Nein beantwortet, machte eine doch recht peinliche TV-Farce klar. Es geht um Kandidat Ardian Bujupi, den «Macho». Im Einspielfilmchen vor dem Auftritt wird der Ruhrpott-Prolet als einer dargestellt, der auf heisse Autos, Mädchen und Mucki-Bude, also Fitnesstraining steht. Sein Michael-Bublé-Stück singt er dann wie immer: einfach grossartig. Wer Ardians Stimme hört, denkt, ein Mitglied des legendären «Rat-Pack» vor sich zu haben. Der Knabe ist gesegnet – vielleicht nicht mit Stil, aber dafür mit Gesangstalent.

Doch offenbar ist Ardian der Menowin 2.0. Der gefallene Star der letzten Staffel, dem Marco Schreyl noch unpassend Grüsse ins Gefängnis ausrichtete, war mit seinem Vorstrafenregister und der schlechten Presse ein kleiner GAU für RTL. Deshalb konnte den geneigten Zuschauer auch nicht verwundern, dass eine miese Posse gespielt wurde. Marco Schreyl wollte etwas «aufklären», kündigte der Moderator nach Ardians Auftritt an. Ein Film wurde eingespielt, in dem die Kandidatinnen Nina und Nicole aussagten, der Konkurrent habe sie mit Worten wie «Hure» beleidigt.

Marco Schreyl, die moralische Instanz

Pfui-Rufe tönen aus dem Publikum, als Schreyl danach von «harten Vorwürfen» palavert und fragt den natürlich überrumpelten jungen Mann: «Warum schikanierst du kleine Mädels?» Der Kandidat protestiert. «Man streitet sich», versucht er zu erklären. «Das war eine Situation», versucht er zu retten, was zu retten ist. «Das so zu präsentieren», versucht er einzuwenden. «Entschuldigung», versucht er das Thema schnell zu beenden. Schreyl diskreditiert ihn abschliessend: «Ich würde mir wünschen, dass du auf einen positiven Weg kommst. Du bist ein Guter.»

Als der Moderator am Ende des Abends Ardian sagen muss, ob er zittern muss oder weiterkommt, moralisiert die lauwarme Labertasche weiter: «Ardian, ganz ehrlich, ich war schockiert.» Die Zuschauer haben den Mann mit der Samtstimme dennoch weiter gewählt. Als der Junge sein positives Ergebnis bekommt, applaudiert auch Zazou. Die muss sich mit der Skandalnudel und den acht weiteren Kandidaten harter Konkurrenz stellen. Damit es in der Mottoshow klappt, wird die Zürcherin zulegen müssen, um weiter zu bestehen.

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