Zebra-Damen haben wieder einen Mann
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Zebra-Damen haben wieder einen Mann

Seit bald zehn Jahren fehlt er, der Hengst im Gehege der Zebras im Zürcher Zoo. Jetzt endlich ist die Grundlage für 80. Fohlen geschaffen. Doch es läuft noch zu wenig.

In diesen Tagen konnten die beiden Zebra- Damen den erst gut zweijährigen Hengst «Stripes» willkommen heissen. Er soll jetzt wieder für Nachwuchs sorgen.

Die charakteristischen Steppentiere sind Fluchttiere. Das ist einer der Gründe, warum der Zürcher Zoo seit Jahren keine Zebrafamilie mehr beherbergt: Auf der Flucht stürzte 1998 der bewährte Zebra-Hengst so unglücklich, dass er das Genick brach.

Seither versuchte der Zoo bis im Herbst 2007 erfolglos, ein passendes Tier aufzutreiben, wie Kurator Robert Zingg am Zoo-Apéro vom Mittwoch sagte.

Schwierige Suche

Denn gesucht wurde nicht irgendein Hengst, sondern ein Chapman- Zebra, eine Unterart des Steppenzebras. Wegen der vielen Unterarten war die Suche laut Zingg nicht einfach, die Lösung fand sich schliesslich im tschechischen Zoo von Liberec.

So wirklich nahe gekommen sind sich der Junghengst und die beiden Damen aber noch nicht, wie Zingg erläuterte. Kein Wunder: Ideal gewesen wäre ein rund 5-jähriger ausgewachsener Hengst, das Jungtier aus Tschechien ist jedoch ein noch kaum geschlechtsreifer Flegel.

Nur alte Damen

Dagegen sind die beiden Zebra-Damen mit gut 20 Jahren nicht mehr gerade jung. Ob der Junghengst und die alten Zebrafrauen - beides erfahrene Mütter - für den erhofften Nachwuchs zusammenfinden, sei noch offen, die Wahrscheinlicheit aber immerhin grösser als Null, beteuert Zingg.

Und falls es nicht klappt, ist vorgesorgt. Denn in den nächsten Monaten soll die Zebra-Familie durch eine junge Stute ergänzt werden. Der Zoo Zürich verfügt sei gut 70 Jahren über Zebras, seither wurden am Zürichberg nicht weniger als 79 Zebrafohlen geboren, jetzt wurden die Grundlagen für das 80. geschaffen. Das letzte Fohlen wurde 1999 geboren.

Besonderer «Strichcode»

Das typische schwarz-weisse Muster haben alle, es gibt aber entscheidende Unterschiede. So verfügt jedes Tier über einen individuellen «Strichcode». Das Chapman-Zebra zeichnet sich noch speziell durch feine braune Streifen zwischen den schwarzen aus.

Und warum sehen Zebras eigentlich so aus? Auf die Kinderfrage gibt es laut Zingg keine einfache Antwort: Sicher sei, dass sich Zebras untereinander am individuellen «Strichcode» erkennen.

Und in Versuchen konnte nachgewiesen werden, dass die lästige Tsetse-Fliege mit ihrem Fazettenauge das Zebramuster nur schwer erkennt, weshalb die Tiere besser vor Stichen geschützt sind. Ferner soll das Streifenmuster den Wärmehaushalt der Tiere regeln.

(sda)

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