Rekordjahr: Zecken halten Schweizer Ärzte auf Trab
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RekordjahrZecken halten Schweizer Ärzte auf Trab

27'300 Arztbesuche gehen auf die Rechnung der kleinen Blutsauger. Dazu kommt eine Rekordzahl von übertragenen Krankheitsfällen.

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sep
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Lassen sich von Höhen bis 80 Zentimeter hinunterfallen: In Deutschland wird auf Zeckenrisikogebiete hingewiesen.(Archivbild).

Lassen sich von Höhen bis 80 Zentimeter hinunterfallen: In Deutschland wird auf Zeckenrisikogebiete hingewiesen.(Archivbild).

kein Anbieter/DPA/Immuno
Bereits Ende September lässt sich eine klare Erhöhung der Besuche wegen Zeckenstichen, respektive wegen Lyme-Borreliose, im Vergleich zu den beiden Vorjahren, erkennen.

Bereits Ende September lässt sich eine klare Erhöhung der Besuche wegen Zeckenstichen, respektive wegen Lyme-Borreliose, im Vergleich zu den beiden Vorjahren, erkennen.

kein Anbieter/Sentinella-System, Schweiz
Im Juli erreicht die FSME-Zahl den grössten Abstand zu den niedrigeren Fallzahlen der beiden Vorjahre.

Im Juli erreicht die FSME-Zahl den grössten Abstand zu den niedrigeren Fallzahlen der beiden Vorjahre.

kein Anbieter/obligatorisches Meldesystem, Schweiz

Allein bis Ende September wurden hochgerechnet 27'300 Arztbesuche im Zusammenhang mit Zeckenstichen gemeldet. Das sind so viele wie noch nie – oder zumindest seit 2008, dem Jahr, in dem die Erfassung der Fälle aufgenommen wurde. Zum Vergleich: 2015 lag diese Zahl noch bei 17'400, wie SRF berichtet. Die Zahlen gehen auf eine Statistik des Bundesamts für Gesundheit zurück.

Mit Zeckenstichen ist nicht zu spassen. Die kleinen Blutsauger können Krankheiten übertragen, die für den Menschen gefährlich sind. Am häufigsten sind die Lyme-Borreliose, eine gefährliche Nervenerkrankung, sowie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Hirnhautentzündung.

Verdoppelung der Fälle von akuter Lyme-Borreliose

Nicht nur die Arztbesuche wegen Stichen, auch die akuten und neuen Erkrankungen an Lyme-Borreliose erreichten ein Rekordhoch mit 12'000 gemeldeten Fällen. Das sind fast doppelt so viele Meldungen wie letztes Jahr, als es noch 6'300 waren. Die chronischen Formen der Krankheit werden in dieser Statistik nicht mitgerechnet.

Die Fallmeldungen zur FSME liegen ebenfalls im höheren Bereich. Durchschnittlich werden seit 2000 48 bis 221 Fälle gemeldet, dieses Jahr waren es allein bis September 181. Zum Vergleich: 2014 wurden im ganzen Jahr 112 Fälle verzeichnet. Im Gegensatz zur Lyme-Borreliose kann man sich gegen eine FSME-Erkrankung impfen lassen.

Hochrechnungen vs. Meldepflicht

Bei der Statistik unterscheiden sich die einzelnen Werte in ihrer Genauigkeit. Theoretisch könnte die Borreliose-Zahl diejenige der Zeckenstiche übersteigen, da der Zeckenstich bei den meisten Patienten unbemerkt bleibt. Zudem geschieht die Meldung durch ein Ärzte-Netzwerk bei beiden Fällen auf freiwillliger Basis. Die gelieferte Zahlen werden dann auf die ganze Schweiz hochgerechnet. Anders sieht es bei der FSME aus, hier sind die Zahlen aufgrund einer Meldepflicht genau.

Experten erklären sich das Rekordjahr anhand des milden Jahresanfangs, durch den die Zecken früher aktiv wurden, schreibt das SRF. Die Gefahr einer Neuansteckung ist derzeit minimal, denn die Tiere verfallen in den kalten Monaten, meist ab Oktober, in die Winterstarre. Aus dieser erwachen sie, wenn es wärmer wird, ab März oder April. Besondere Vorsicht ist dann im Unterholz von Wäldern geboten. Von den Sträuchern und Ästen lassen sich die Tiere meist unbemerkt auf den Menschen herunterfallen.

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