Aktualisiert 24.07.2018 08:42

FSME-VirusZecken-Impfung für alle in der Deutschschweiz?

Die Zecken-Risikogebiete weiten sich aus. Der Bund prüft darum eine flächendeckende Impfempfehlung. Eine solche würde die Krankenkassen zur Kostenübernahme verpflichten.

von
dwe
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Wohnen Sie in einem der rot-markierten Gebiete? Dann empfiehlt Ihnen der Bund, sich impfen zu lassen.

Wohnen Sie in einem der rot-markierten Gebiete? Dann empfiehlt Ihnen der Bund, sich impfen zu lassen.

BAG
In diesen Gebieten wurden besonders viele FSME-Fälle registriert.

In diesen Gebieten wurden besonders viele FSME-Fälle registriert.

BAG
Von Januar bis Juni 2018 gingen rund 11'000 Personen wegen eines Zeckenstichs zum Arzt.

Von Januar bis Juni 2018 gingen rund 11'000 Personen wegen eines Zeckenstichs zum Arzt.

Keystone/Patrick Pleul

Der Grossraum Zürich sowie die ganze Nordostschweiz gelten als Risikogebiete für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Dieses Virus wird von Zecken übertragen und kann zu Hirnhautenzündungen führen. Da sich die Zeckengebiete ausweiten, prüft die Eidgenössische Kommission für Impffragen nun eine flächendeckende Impfempfehlung, wie die SRF-Sendung «HeuteMorgen» berichtet.

Erst vor zwei Wochen hatte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) einen deutlichen Anstieg der Zecken-Enzephalitis-Fälle vermeldet. Seit Jahresbeginn wurden bereits 230 Personen mit dem gefährlichen Virus infiziert. Das ist deutlich mehr als in den Vorjahren.

Keine Fälle im Tessin

Eine Impfempfehlung nur für Risikogebiete mache deshalb immer weniger Sinn, sagt Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, im Radiobeitrag. Die Risikogebiete würden immer mehr verschmelzen. Eine generelle Impfempfehlung sei daher eine einfachere Lösung.

Die Kommission hat bereits eine Arbeitsgruppe gebildet, die dem Bund konkrete Anträge unterbreiten soll. Geprüft wird, ob künftig die Impfempfehlung für die ganze Deutsch- und Westschweiz gelten soll. Das Tessin bleibt von der Empfehlung der Kommission ausgeschlossen, da dort bisher keine FSME-Fälle aufgetreten sind.

Krankenkassen künftig in der Pflicht

Zurzeit bezahlen Krankenkassen FSME-Impfungen nur, wenn der Betroffene in einem Risikogebiet wohnt. Würde die Impfempfehlung flächendeckend greifen, müssten die Kassen künftig überall bezahlen.

Die Impfempfehlung könnte laut Berger bereits nächstes Jahr in Kraft treten. Der abschliessende Entscheid liegt bei Gesundheitsminister Alain Berset.

Ein Experte hat Zeckenentferner getestet:

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Nicht nur im Wald muss man mit Zecken rechnen.

Nicht nur im Wald muss man mit Zecken rechnen.

Fee Riebeling
Denn die Blutsauger sind auch im hohen Gras oder auf Wiesen anzutreffen. Und das zuhauf, wie ZHAW-Zeckenforscher Werner Tischhauser sagt und zeigt. Nachdem er ein Stück Stoff zweimal über den Boden am Waldrand des Zürcher Käferbergs gestreift hat, ...

Denn die Blutsauger sind auch im hohen Gras oder auf Wiesen anzutreffen. Und das zuhauf, wie ZHAW-Zeckenforscher Werner Tischhauser sagt und zeigt. Nachdem er ein Stück Stoff zweimal über den Boden am Waldrand des Zürcher Käferbergs gestreift hat, ...

Olivier Brandenberg
... befinden sich darauf gleich mehrere Zecken. Kleine genauso wie grosse.

... befinden sich darauf gleich mehrere Zecken. Kleine genauso wie grosse.

Olivier Brandenberg

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