Aktualisiert 20.10.2006 13:31

«Zehn Frauen hat er vergewaltigt. Wir beneiden ihn alle»

Laut der russischen Zeitung «Kommersant» lobte Wladimir Putin den israelischen Staatspräsidenten Mosche Katzav über alle Massen. Und zwar in dessen Eigenschaft als mutmasslicher Vergewaltiger.

«Grüssen Sie ihren Präsidenten. Was für ein starker Kerl! Zehn Frauen hat er vergewaltigt. Das hätte ich ihm nicht zugetraut. Er hat uns alle überrascht. Wir beneiden ihn alle», waren die Worte, mit denen Putin von einem Journalisten zitiert wird. Wie die «Financial Times» berichtet, liess Putin die Grüsse über Israels Regierungschef Ehud Olmert nach einem Treffen am Mittwoch ausrichten.

Derweil rätseln die Moskauer Medien, ob die Äusserungen Putins ironischer Art waren oder für bare Münze zu nehmen sind. Die israelische Delegation reagierte dem Vernehmen nach ziemlich verstimmt auf Putins Äusserungen.

Der Journalist der «Kommersant» der Putins Zitate aufgeschnappt hatte, kommentierte den Vorfall, mit den Worten, dass dies einer der Momente sei in denen man seinen eigenen Ohren nicht mehr traue.

Der Journalist äusserte auch die Vermutung, dass Putin vielleicht nicht bemerkt habe, dass noch Mikrophone angeschaltet waren.

Die israelische Staatsanwaltschaft bereitet derzeit eine Klage gegen Katzav vor.

Weiteres Ungemach für Putin

Die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen hat die französische Regierung am Freitag aufgefordert, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin das Grosse Kreuz der Ehrenlegion wieder abzuerkennen. Putin war die Auszeichnung, eine der höchsten des französischen Staates, bei einem Besuch Anfang Oktober verliehen worden. Die internationale Organisation mit Sitz in Paris betrachtet Putin als einen der grössten Feinde der Pressefreiheit.

Anlässlich eines Treffens von Jacques Chirac mit Putin in der finnischen Stadt Lahti erklärten die Reporter ohne Grenzen: «Es ist skandalös zu behaupten, Putin habe den Werten einen Dienst erwiesen, die Frankreich verteidigt.» Seit Putins Amtsantritt im Jahr 2000 wurden in Russland 21 Journalisten getötet; mehrere TV-Sender mussten schliessen, Zeitungen und Online-Medien sehen sich zunehmendem Druck ausgesetzt.

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