Spionage-Tools: Zehn iPhones abzuhören kostet 650'000 Dollar
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Spionage-ToolsZehn iPhones abzuhören kostet 650'000 Dollar

Geleakte Dokumente zeigen, wie viel Geld Regierungen weltweit für Spionage-Software ausgeben. Ein Riesengeschäft für private Sicherheitsunternehmen.

von
lia
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Private Sicherheitsunternehmen verdienen sich mit Smartphone-Spionage-Software eine goldene Nase. Ihre Kunden? Behörden, Regierungen und Geheimdienste.

Private Sicherheitsunternehmen verdienen sich mit Smartphone-Spionage-Software eine goldene Nase. Ihre Kunden? Behörden, Regierungen und Geheimdienste.

Flickr / vreimunde
Das israelische Spyware-Unternehmen NSO Group zum Beispiel verlangt einen Pauschalpreis von 650'000 Dollar für das Ausspionnieren von zehn iPhones, plus einer einmaligen Einrichtungsgebühr von einer halben Millionen Dollar.

Das israelische Spyware-Unternehmen NSO Group zum Beispiel verlangt einen Pauschalpreis von 650'000 Dollar für das Ausspionnieren von zehn iPhones, plus einer einmaligen Einrichtungsgebühr von einer halben Millionen Dollar.

Flickr / Omar Jordan Fawahl
Für zehn Android- oder fünf BlackBerry-Geräte liegt der Preis bei 500'000 Dollar. Ab dem zweiten Jahr der Überwachung wird zudem eine jährliche Wartungsgebühr von 17 Prozent des Auftragsvolumens fällig.

Für zehn Android- oder fünf BlackBerry-Geräte liegt der Preis bei 500'000 Dollar. Ab dem zweiten Jahr der Überwachung wird zudem eine jährliche Wartungsgebühr von 17 Prozent des Auftragsvolumens fällig.

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Um Smartphones abhören zu können, müssen Behörden und Geheimdienste tief in die Taschen greifen. Das zeigen interne Dokumente, E-Mails und Verträge des israelischen Spyware-Unternehmens NSO Group, die der «New York Times» vorliegen.

Demnach verlangt das Privatunternehmen einen Pauschalpreis von 650'000 Dollar für das Ausspionieren von zehn iPhones plus eine einmalige Einrichtungsgebühr von einer halben Million Dollar. Für zehn Android- oder fünf BlackBerry-Geräte liegt der Preis bei 500'000 Dollar. Ab dem zweiten Jahr der Überwachung wird zudem eine jährliche Wartungsgebühr von 17 Prozent des Auftragsvolumens fällig.

Dafür soll der Kunde alle Kontakte, den Standortverlauf sowie die Aufzeichnung jeglicher Browser- und App-Nutzung des überwachten Geräts erhalten. Ausserdem könne das Smartphone mittels Software sogar zur Wanze umfunktioniert werden, die sowohl Bewegtbild als auch Geräusche aufnehmen kann.

Spyware Pegasus

Ein Sprecher der israelischen Firma rechtfertigte die Möglichkeiten gegenüber der «New York Times» insofern, dass sie ihre Software-Lösungen nur an autorisierte Regierungen und ausschliesslich zur Bekämpfung krimineller oder terroristischer Aktivitäten anbieten würden.

Diese Aussage darf zumindest angezweifelt werden: Erst kürzlich schlugen Sicherheitsforscher Alarm, nachdem sie drei gravierende Sicherheitslücken in Apples Betriebssystem iOS entdeckt hatten. Eine Spionage-Software namens Pegasus versuchte sich diese zunutze zu machen – und zwar unter anderem auf den iPhones von Menschenrechtsaktivisten und Journalisten. Dahinter vermutet wird ebenfalls die NSO Group.

Laut der «New York Times» ist die NSO Group nur eines von mehreren Dutzend Unternehmen weltweit, das mit Spionage-Dienstleistungen für Regierungen vermutlich Milliarden verdient.

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