Aktualisiert 18.12.2008 21:12

PleiteZehn Jahre Haft für Parmalat-Gründer

Der Gründer des skandalumwitterten italienischen Lebensmittelkonzerns Parmalat, Calisto Tanzi, ist im Prozess um den Zusammenbruch seines Unternehmen 2003 zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Sieben weitere Angeklagte in dem Verfahren um Betrug und Dokumentenfälschung wurden von einem Mailänder Gericht am Donnerstag freigesprochen, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Haft für Tanzi gefordert. Freigesprochen wurden Mitarbeiter der Bank of America, unabhängige Bankberater und ein weiterer Parmalat- Mitarbeiter.

Parmalat steht für einen der weltweit grössten Finanzskandale. Das Unternehmen musste Ende 2003 Insolvenz anmelden, weil mehr als 14 Milliarden Euro in der Bilanz fehlten. Der Fehlbetrag erhöhte sich nach den Recherchen der Ermittler im Jahr 2004 auf 23 Milliarden Euro.

Die für Parmalat zuständige Buchprüfungsfirma wurde zu einem Bussgeld von 240 000 Euro verurteilt. Ausserdem werden nach dem Urteil der Richter noch 455 000 Euro der Firma beschlagnahmt.

Gegen etwa 20 Personen wurde wegen Betrugs ermittelt, Zehntausende von Investoren erwarteten nach dem Zusammenbruch Schadensersatz. Der Prozess gegen Tanzi war der erste von mehreren in dem Skandal um Betrug, Täuschung der Investoren und fehlerhafte Buchführung.

(sda)

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