Chur: Zehn Jahre heroingestützte Behandlung

Aktualisiert

ChurZehn Jahre heroingestützte Behandlung

Nach einer längeren stabilen Phase nimmt in Chur die Nachfrage von Drogenabhängigen nach einer heroingestützten Behandlung wieder zu. In den letzten zehn Jahren liessen sich insgesamt 270 Personen im Ambulatorium Neumühle behandeln.

Das Ambulatorium ist die Anlaufstelle für schwer drogenabhängige Personen aus Graubünden und dem südlichen Teil des Kantons St. Gallen. Das Behandlungsziel besteht darin, mit der ärztlichen Verschreibung von Heroin oder Methadon den Betäubungsmittelkonsum zu reduzieren und eine Drogenabstinenz aufzubauen.

34 Therapieplätze für die heroin- und zehn für die methadongestützte Behandlung werden angeboten. Dies teilten die Psychiatrischen Dienste Graubünden, welche das Ambulatorium betreiben, am Donnerstag in ihrer Bilanz nach zehn Jahren mit.

Die Nachfrage nach der Behandlungsmethode ist wieder gestiegen. Nach einer längeren Phase ohne Vollbelegung sind derzeit sämtliche Therapieplätze ausgebucht.

Das Ambulatorium hat in zehn Jahren unter anderem 20,5 Kilogramm intravenös verabreichtes Heroin eingesetzt und 2,5 Kilogramm in Tablettenform. Zudem wurden 12'900 Methadon-Tabletten abgegeben und 146 Liter Methadon in flüssiger Form.

Bessere Gesundheit - weniger Straftaten

Die Ergebnisse einer nationalen Studie zeigten eine deutliche Verbesserung der psychischen Gesundheit sowie der sozialen Situation der Abhängigen in der heroingestützten Behandlung. Ausserdem wurde eine enorme Reduktion der Stafttaten festgestellt.

Das Ambulatorium Neumühle bietet auch eine verhaltenstherapeutische Behandlung für Kokain- und Cannabiskonsumenten an. 36 Patienten befinden sich derzeit in einer solchen Therapie.

Nächsten Samstag öffnet das Ambulatorium von 11 bis 15 Uhr seine Türen. Zum ersten Mal wird der Bevölkerung die Möglichkeit geboten, einen Blick in Behandlungs- und Betreuungsräume zu werfen.

(sda)

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