Gewalt in Bern: Zehn Verletzte bei Krawallen nach Cupfinal
Aktualisiert

Gewalt in BernZehn Verletzte bei Krawallen nach Cupfinal

Rund um den Fussball-Cupfinal zwischen Bern und Sitten ist es in Bern zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden zehn Personen verletzt, 60 Personen wurden vorübergehend festgenommen.

Die Polizei war am Mittwochabend mit einem Grossaufgebot von mehreren hundert Beamten im Einsatz. Vor allem im Bahnhof Bern gerieten die Fangruppen der beiden Mannschaften aneinander.

Bereits vor dem Spiel hatten sich die Sittener Fans nicht wie vorgesehen auf der Schützenmatte, sondern im Bahnhof versammelt und diesen dabei praktisch lahmgelegt. In der Folge lieferten sie sich Scharmützel mit den gegnerischen Anhängern. Dabei sei es zu Sachbeschädigungen, massiven Verunreinigungen und Behinderungen der übrigen Reisenden gekommen, hiess es. Auch Rauchpetarden wurden abgefeuert. Bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppierungen musste die Polizei Pfefferspray einsetzen.

Rauchpetarden und Fackeln wurden auch von YB-Fans auf dem Waisenhausplatz abgefeuert. Auf den Unzugsrouten wurden Sachbeschädigungen verübt. Es kam trotz separater Umzugsrouten zu einzelnen Scharmützeln zwischen den beiden Fangruppen. Bis Spielbeginn mussten sechs Personen hospitalisiert werden. Die meisten Verletzungen stammten von Schlägereien oder Pyrotechnika.

Schlägereien im Bahnhof Bern

Nach dem Spiel kam es im Bahnhof zu weiteren Schlägereien zwischen den beiden Fangruppen. Die Polizei setzte Gummischrot ein, um die rund 40 Anhänger beider Seiten auseinander zu halten. Weitere vier Personen wurden verletzt.

Wegen Gewalt gegen Beamte, Sachbeschädigungen oder Mitführen illegaler Feuerwerkskörper nahm die Polizei vor dem Spiel rund 20 und nach dem Spiel rund 40 Personen vorübergehend fest. Mehrere Personen würden angezeigt, hiess es.

Behinderungen im Strassenverkehr

Auch im Strassenverkehr kam es rund um das Spiel zu Behinderungen. Durch die beiden Fan-Umzüge zum Stadion wurde der Verkehr in der Innenstadt am Abend behindert. Zwischen 18.00 und 19.30 Uhr kam der Verkehr im Raum Wankdorf im Zusammenhang mit dem Verkehrsaufkommen durch die Messe BEA praktisch zum Erliegen. Aus dem Wallis kamen rund 110 Cars nach Bern.

Volksfest in Sitten

Die Walliser Polizei geht davon aus, dass 14 000 Fans in Bern das Spiel verfolgt haben - entweder im Stade de Suisse oder auf der Grossleinwand vor dem Bundeshaus.

Die Sittener waren mit über 110 Bussen und mehreren Extra-Zügen aus dem Wallis angereist. Um Unfällen vorzubeugen, führte die Kantonspolizei Bern nach dem Schlusspfiff auf den Strassen Richtung Wallis Alkoholtests durch.

In Sitten selbst haben die ganze Nacht Tausende ihre Mannschaft gefeiert, sagte Jean-Marie Bornet von der Walliser Kantonspolizei auf Anfrage. Die siegreichen Fussballer hätten sich ihren Fans um drei Uhr morgens präsentiert.

Während der Freinacht im Walliser Hauptort sei es zu keinerlei Zwischenfällen gekommen.

Quelle: SDA/AP

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