Vulkanausbruch erwartet: Zehntausende Erdbeben rauben den Isländerinnen und Isländern den Schlaf
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Vulkanausbruch erwartetZehntausende Erdbeben rauben den Isländerinnen und Isländern den Schlaf

In Island bebt seit Wochen die Erde. Experten sind beunruhigt: So viel seismische Aktivität hätten sie noch nie gemessen. Sie kündigen einen Vulkanausbruch an.

von
Reto Heimann
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In Island kündigen zehntausende Erdbeben einen vermutlich bald bevorstehenden Vulkanausbruch an.

In Island kündigen zehntausende Erdbeben einen vermutlich bald bevorstehenden Vulkanausbruch an.

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Betroffenen rauben die Erdbeben den Schlaf. 

Betroffenen rauben die Erdbeben den Schlaf.

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«So viel seismische Aktivität haben wir noch nie gesehen», sagen Experten und Expertinnen.

«So viel seismische Aktivität haben wir noch nie gesehen», sagen Experten und Expertinnen.

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Darum gehts

  • Die Halbinsel Reykjanes im Südwesten Islands ist seit Wochen ein Erdbeben-Hotspot.

  • «Es fühlt sich an, als befände man sich dauernd auf einer wackligen Hängebrücke», sagt eine Bewohnerin.

  • Experten und Expertinnen rechnen mit einem Vulkanausbruch, bei dem gigantische Mengen Lava in die Luft geschleudert würden.

In Island bebt seit Wochen die Erde. Mehrere zehntausend, zumeist kleinere Erdbeben, erschüttern den kleinen Inselstaat im Atlantik. Betroffen ist vor allem die Halbinsel Reykjanes im Südwesten Islands. Sie gilt momentan als «seismographischer Hotspot».

Besonders durchgeschüttelt wird das Städtchen Grindavik, in dem rund 3300 Menschen leben. «Momentan spüren wir die Erdbeben ständig. Es fühlt sich an, als würde man über eine wacklige Hängebrücke gehen», sagt Rannveig Gudmundsdottir, die seit ihrer Geburt in Grindavik lebt, gegenüber dem britischen «Guardian».

Lava-Fontänen von 100 Metern Höhe

Viele Isländer ergreifen die Flucht und nehmen sich – und sei es nur für eine Nacht – ein Hotelzimmer in der Hauptstadt Reykjavik, besuchen Verwandte oder weichen auf Ferienhäuser aus, um sich der pausenlos bebenden Erde zu entziehen. Denn die Erdbeben rauben den Isländerinnen und Isländern den Schlaf.

Island liegt an der Grenze zweier tektonischer Erdplatten, jener von Eurasien und jener von Nordamerika. Das macht Island zu einer prädestinierten Lage für Erdbeben. Trotzdem sagt Sara Barsotti vom Icelandic Meteoroligal Office: «So viel seismische Aktivität haben wir noch nie erlebt.»

Experten gehen davon aus, dass die Erdbeben einen grösseren Vulkanausbruch ankündigen könnten. Dabei werden Lava-Fontänen von bis zu 100 Metern Höhe erwartet. Es existieren Evakuierungspläne für Grindavik und so sind die Anwohner auch nicht gross beunruhigt deswegen: «Ich habe keine Angst, ich bin nur noch müde», sagt Gudmundsdottir.

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