Zehntausende Israelis gedenken Rabins

Aktualisiert

Zehntausende Israelis gedenken Rabins

Bei einer Friedenskundgebung haben am Samstagabend in Tel Aviv nach Angaben der Veranstalter 150 000 Menschen des ermordeten Ministerpräsidenten Izchak Rabin gedacht.

Der Ministerpräsident und Nobelpreisträger war am 4. November 1995 an gleicher Stelle während einer Massenkundgebung vom religiösen Fanatiker und Extremisten Jigal Amir erschossen worden.

Während der Gedenkfeier sagte der Vorsitzende der Arbeitspartei und Verteidigungsminister, Ehud Barak, die bevorstehende Nahost- Konferenz in den USA sei eine Chance und keine Gefahr. Er hoffe von ganzem Herzen, dass sie ein Erfolg werde.

«Wir werden alles in unseren Händen stehende tun, um den Frieden zu erreichen, von dem ihr träumt und nach dem ihr euch sehnt». Barak kritisierte, dass vor zwölf Jahren die Aufrufe zur Gewalt von religiösen Extremisten ignoriert worden waren.

Der langjährige politische Wegbegleiter und heutige israelische Präsident Schimon Peres forderte die Teilnehmer an der Friedensdemonstration auf, es Rabin gleich zu tun und sich um die nächste Generation zu kümmern.

«Er (Rabin) ist nicht mehr unter uns, aber ihr seid noch da. Ihr tragt seine Fackel weiter», sagte Peres.

Rabin-Mörder feierte

Rabins Sohn Juval kritisierte den Entscheid eines Gerichts, dass der Mörder am Todestag seines Vaters ein privates Fest im Gefängnis feiern darf.

Der 37 Jahre alte Jigal Amir wird am Sonntag mit einer Zeremonie die Beschneidung seines neugeborenen Sohnes feiern. Ein Gericht hatte zwar den Antrag Amirs abgelehnt, zum Familienfest das Gefängnis verlassen zu dürfen, aber die Feier in der Haftanstalt gestattet.

Amir verbüsst eine lebenslange Freiheitsstrafe. Verteidigungsminister Barak sagte, dass der Rabin-Mörder weder begnadigt noch vorzeitig aus der Haft entlassen werde. Er reagierte damit auf Bemühungen der religiösen Rechten, eine Verkürzung der Haft zu erreichen.

(sda)

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