Ungebetene Gäste: Zehntausende wollen an Geburtstagsfest
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Ungebetene GästeZehntausende wollen an Geburtstagsfest

Wieder einmal verdirbt Facebook einem Jubilar das Fest. Diesmal wurde die Geburtstagsparty eines 13-Jährigen publik: 48 000 wollen kommen. Für den Fall einer Absage will der Mob «alles zerschlagen».

von
phi

Weltweit vernetzen sich Millionen durch Facebook, doch manchmal haben die Nutzer mehr Freunde, als ihnen lieb ist: Wieder einmal hat sich ein Teenager mit einer Party-Ankündigung einen Bärendienst erwiesen. Benjamin aus Clermont-Ferrand nahe Lyon wollte eigentlich im kleinen Kreis seinen 14. Geburtstag feiern und lud seine 29 Gäste am 22. April per Telefon ein. Ein Freund richtet eine Facebook-Seite ein, um den Vorgang zu beschleunigen.

48 000 Zusagen

Diese meldet ein «geheimes Ereignis» am 11. Mai an, zu dem jeder Teilnehmer 60 weitere Personen einladen konnte. So wuchs die Gruppe in nur einem Tag auf 16 500 Mitglieder an, am 24. April waren es schon 33 000 Zusagen. Ausserdem wurde eine weitere Facebook-Gruppe namens «Benjamins Fest» ins Leben gerufen, die schnell 15 000 Unterstützer hatte.

Der Vater des Geburtstagskindes ist entsetzt. «Der Name meines Sohnes wird genutzt, um ein Event zu veranstalten», zitiert ihn «Spiegel Online». Er hat Anzeige erstattet und will die Feier abblasen, doch das Partyvolk drohte bereits, «alles zu zerschlagen», wenn das Fest abgesagt würde.

Ausschreitungen in Hamburg

Wie sehr eine Facebook-Party aus dem Ruder laufen kann, zeigt das Beispiel der Schülerin Thessa (20 Minuten Online berichtete). Die Hamburgerin hatte im Juni 2011 aus Versehen die Öffentlichkeit zu ihrem 16. Geburtstag eingeladen.

Hier hatte es 15 000 Zusagen für die «Party des Jahres» gegeben: Obwohl der Fehler rückgängig gemacht worden war, fanden noch 1500 Jugendliche den Weg zu Thessas Elternhaus. Trotz des Einsatzes eines Sicherheitsdienstes und 100 Polizisten vor Ort kam es zu Ausschreitungen und Festnahmen.

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