Aktualisiert 24.01.2008 17:11

Zeichen im Baustreit stehen wieder auf Sturm

Der Arbeitskonflikt im Baugewerbe findet kein Ende: Die Delegierten des Baumeisterverbands lehnen den neuen Landesmantelvertrag (LMV) ab und fordern Neuverhandlungen. Jetzt droht sich das monatelange Ringen um einen Vertrag zu wiederholen.

Das Verhandlungsergebnis, das unter Vermittlung des früheren Seco-Chefbeamten Jean-Luc Nordmann zu Stande gekommen war, sei von den Delegierten als unbefriedigend erachtet worden, sagte ein SBV-Sprecher vor den Medien. Es bedeute nicht ein Nein zum Vertrag, sondern lediglich ein Nein zum jetzigen Vorschlag. Die Delegierten hätten der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass in den noch strittigen Punkten rasch eine Lösung erzielt werden könne. Man müsse nicht bei Null beginnen, doch brauche es Nachverhandlungen.

Das nach zähen Verhandlungen geschnürte Gesamtpaket betraf unter anderem die Flexibilisierung der Arbeitszeit und die Erhöhung der Löhne. Zudem hätten der paritätische Vollzugs- und der Bildungsfonds mit der Verbindlichkeitserklärung des LMV spätestens am 1. Juli 2008 wieder in Kraft gesetzt werden sollen. Die Baumeister hatten letzten Herbst noch die alleinige Kontrolle über den Bildungsfonds gefordert, der die Aus- und Weiterbildung in den Bauberufen finanziert.

Der neue LMV hätte den monatelangen Arbeitskonflikt im Baugewerbe beenden sollen, der in mehreren Streiks gegipfelt hatte. Die zuständigen Gewerkschaftsorgane entscheiden am kommenden Samstag über den LMV-Vorschlag.

Nordmann und Leuthard enttäuscht

Leuthard zeigte sich über das Nein der Delegierten des Baumeisterverbandes zum ausgehandelten Kompromiss enttäuscht. Sie hoffe, dass es sich dabei nicht um das letzte Wort handle und dass die Sozialpartner einen Weg aus der Krise finden, sagte die Bundesrätin am Donnerstag am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Sie habe sich immer mit dem Dossier befasst, wenn auch nicht öffentlich, sagte Leuthard.

Jean-Luc Nordmann, ehemaliger Chef der Abteilung Arbeit des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), war vom Volkswirtschaftsdepartement für das Mediationsmandat im Baubranchenkonflikt vorgeschlagen worden. Nordmann hat zusammen mit Baumeisterverband und den Gewerkschaften im Dezember einen Kompromiss präsentiert, den er mit den Parteien ausgehandelt hatte. (sda)

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