Zeichen in Nahost stehen auf Sturm
Aktualisiert

Zeichen in Nahost stehen auf Sturm

Nach dem Tod mehrerer palästinensischer Zivilisten bei israelischen Angriffen im Gazastreifen hat der bewaffnete Arm der radikalislamischen Hamas-Bewegung eine seit eineinhalb Jahren anhaltende Waffenruhe gekündigt. UN-Generalsekretär Annan zeigt sich tief beunruhigt. Die USA fordern Zurückhaltung.

«Die Essedin-El-Kassam-Brigarden werden über den geeigneten Zeitpunkt und Ort entscheiden, um mit aller Macht die verbrecherischen Angriffe Israels zu vergelten», erklärte der militärische Arm der Hamas am Freitag in Gaza.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan forderte eine umfassende Untersuchung des Todes von sieben Zivilisten, unter ihnen drei Kinder. Ein UNO-Sprecher in New York sagte, Annan sei «tief beunruhigt» über den Tod von Unbeteiligten.

Der UNO-Generalsekretär erinnerte die Verantwortlichen an ihre Verpflichtung, Gefahren für Zivilisten zu vermeiden. Eine weitere Eskalation müsse unter allen Umständen verhindert werden.

Dreitägige Trauer

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief eine dreitägige Trauer aus. Ab Samstag sollten in den Palästinensergebieten die Fahnen auf Halbmast gesetzt werden, wie das Präsidentenbüro in Ramallah mitteilte.

Abbas bat die Weltgemeinschaft wegen der jüngsten israelischen Angriffe um Hilfe. «Ich rufe die internationale Gemeinschaft, den Sicherheitsrat (der UNO) und die Mitglieder des (Nahost-)Quartetts auf, diesem israelischen Gangstertum gegen unser Volk ein Ende zu bereiten», zitierte die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa Abbas.

«Was die iraelische Besatzungsmacht im Gazastreifen macht, ist ein Auslöschungskrieg und ein blutiges Massaker gegen unser Volk.» Er wisse nicht, «aus welchen Gründen die israelische Regierung solche grausamen Verbrechen am palästinensischen Volk begeht», erklärte Abbas.

Am Freitag waren nach palästinensischen Angaben sieben Zivilisten an einem Strand im Norden des Gazastreifens getötet worden, unter ihnen drei Kinder einer Familie im Alter von einem, drei und zehn Jahren. Die israelische Armee bestätigte, dass von Kriegsschiffen aus auf Ziele am Strand geschossen wurde.

Allerdings seien die Zivilisten dabei nicht getroffen worden. Es werde nun geprüft, ob sie durch Artilleriefeuer ums Leben gekommen seien. In mehreren israelischen Angriffen auf Ziele im Gazastreifen kamen in weniger als 24 Stunden 14 Menschen ums Leben. Israel kündigte an, seine Angriffe bis zur Aufklärung des Todes der Zivilisten auszusetzen.

Der Sprecher des israelischen Aussenministeriums, Mark Regev, äusserte sein Bedauern. Der Tod Unschuldiger sei völlig inakzeptabel, erklärte er. Der israelische Kommandeur Generalmajor Joav Galant kündigte eine Untersuchung an.

Festhalten an Referendum

Ungeachtet der blutigen Eskalation will Abbas am Samstag den Termin für das Referendum über eine Zwei-Staaten-Lösung verkünden. Dies teilte ein Sprecher der Fatah-Bewegung des Präsidenten mit. Jede Verzögerung werde das Blutvergiessen unter den Palästinensern ebenso wie zwischen Israelis und Palästinenser nur noch verschlimmern, sagte er.

USA fordern Israelis und Palästinenser zur Zurückhaltung auf

Die USA haben Israelis und Palästinenser nach dem Beschuss der palästinensischen Familienfeier zur Zurückhaltung aufgerufen. Alle Handlungen, die die Spannungen verschärfen könnten, müssten vermieden werden. Die USA äusserten ihr Bedauern über den Tod der Zivilisten und Aussenministeriumssprecher Sean McCormack verwies am Freitagabend darauf, dass auch Israel dies getan und eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet habe.

Quelle: SDA/AP

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