UBS-Kursfeuerwerk: Zeit zum Einstieg
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UBS-KursfeuerwerkZeit zum Einstieg

Eine erfreuliche Umsatzmeldung aus einem Teilbereich der UBS löst ein Kursfeuerwerk an der Börse aus. Können Kleinanleger wieder auf die Grossbankaktie setzen? – Ja, sagen die Experten.

von
Werner Grundlehner

Macht das Sinn? Nach Medienberichten, wonach ein Teilbereich des UBS-Investmentbanking für das erste Quartal einen Umsatz von 2,3 Milliarden Dollar erzielt habe, kletterte der Aktienpreis markant. Denn dieses Resultat war doppelt so hoch wie die Prognosen. Seit Anfang Woche legte der Kurs um 5 Prozent zu, der Börsenwert der UBS kletterte rund 3 Milliarden Franken. Der Bereich FICC (Fixed Income, Currencies and Commodities / Anleihen, Währungen und Rohwaren) stand bisher im Zentrum des Sturms und war mitverantwortlich für das Suprime-Debakel der UBS. FICC wurde von der Grossbank nach den «Fehlinvestitionen» im Jahr 2008 massiv zurecht gestutzt.

Grübel hat Versprechen erfüllt

«Oswald Grübel hat mit der Sanierung von FICC sein erstes wichtiges Versprechen eingelöst», sagt Teresa Nielsen. Die Analystin der Bank Vontobel verweist darauf, dass der Problembereich Investmentbanking bereits im 4. Quartal 2009 schwarze Zahlen geschrieben hatte. «Die jüngsten Zahlen haben das Vertrauen in Grübel und die Bank gestärkt», so Nielsen. Zwar bleibe der Bereich Wealth Management (Vermögensverwaltung) eine Problemzone. Zu einem Abfluss von Kundengeldern in Höhe von 56 Milliarden Franken wie im Vorquartal, wird es gemäss Nielsen nicht mehr kommen. Die Vontobel-Analystin empfiehlt die UBS-Aktien zum Kauf und setzt ein Kursziel von 22 Franken – das entspricht einem Anstieg von mehr als 25 Prozent.

Nicht auf Vergangenheitsbewältigung achten

«Die alten Sachen sind gegessen», sagt auch ein Börsenhändler. In der UBS werde gut gearbeitet und aufgeräumt, «das zeigt auch die jüngste Ernennung eines neuen CEO für die Schweiz». Die UBS sei im Fokus von Medien, Analysten und Publikum und das meist mit Negativmeldungen, die jedoch alle mit der Vergangenheit zu tun haben. «Ich schaue nach vorn und bin sehr zuversichtlich – ich rechnen mit Aktienkursen von 20 Franken und höher», so Händler.

Erfolgsmeldung beruhigt Kunden

Andreas Venditti, Analyst der ZKB, verweist auf die grosse Wechselwirkung zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen: «Kunden, die sich überlegen, ob sie ihr Geld der UBS anvertrauen sollen oder nicht, werden durch solche Erfolgsmeldungen positiv beeinflusst.» Der ZKB-Analyst will aber zuerst Genaueres wissen über den Erfolg. Wie kam er zustande, welchen Aufwand hat er verursacht? «Denn der Investmentbankbereich wurde ausgebaut. Da muss man schon wissen, wie viel Geld investiert wurde, um höhere Umsätze zu erzielen», sagt Venditti. Komme ein Unternehmen aus der Verlustzone, sei es immer speziell schwierig, Gewinnschätzungen abzugeben. «Bereits das vierte Quartal hat gezeigt, dass die Zeit der Verluste vorbei ist», glaubt der ZKB-Analyst. Die ZKB gibt keine Kursziele für Aktien, Venditti geht davon aus, dass sich die UBS-Aktie gleich entwickelt wie der Gesamtmarkt.

Zwar ist es gewagt, vom Bereich FICC auf die Gesamtbank zu schliessen. Aber wenn ein «Supertanker» wie die UBS Fahrt aufnimmt, ist die Richtung schwer zu beeinflussen. Natürlich bleibt ein Korb voller Probleme wie Rechtsstreitigkeiten mit den USA, der angebliche Streit zwischen Präsident Villiger und CEO Grübel sowie ein allfälliger Rückkauf der Schrottpapiere – doch diese beeinflussen den Gewinn nur bedingt. Vontobel-Analystin Nielsen zum Rechtsstreit mit den USA: «Auch wenn das Parlament im kommenden Juni das mit den USA im August 2009 geschlossene Abkommen ablehnt, ist noch lange nicht klar, dass die US-Steuerbehörde auf Kundendaten der UBS zugreifen kann».

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