Gurtenfestival: Zelte können Gold wert sein

Aktualisiert

GurtenfestivalZelte können Gold wert sein

Zelte, Matratzen oder Kleider – nicht jeder trägt runter, was er auf den Gurten raufgeschleppt hat. Dies zur Freude von Schnäppchenjägern.

von
Christian Holzer
Wenn die gefundenen Zelte in Ordnung sind, will Nicolas Grüning mit seiner Familie campen gehen.

Wenn die gefundenen Zelte in Ordnung sind, will Nicolas Grüning mit seiner Familie campen gehen.

Während die letzte Gruppe Festivalgänger am Montag den Hausberg verliess, ging eine andere hinauf: die Schnäppchenjäger. Sie kommen nach Festivalende und suchen nach brauchbaren Hinterlassenschaften. So auch Nicolas Grüning aus Bern. «Ich habe bereits fünf Zelte er­gattert, die in sehr gutem Zustand sind», so der Vater von drei Töchtern.

«Wenn die Zelte halten, was ich mir von ihnen erhoffe, gehe ich bald mit ­meiner Familie campen.» Nicht nur Zelte werden fleissig gesammelt, auch Kleider oder Wertgegenstände landen in den Taschen der Schatzsucher. Um 12 Uhr mittags ist Grüning der Letzte, der das Feld noch durchkämmt.

Nicht nur Zelte müssen aufgeräumt werden

Einige Schnäppchenjäger waren bereits um 6 Uhr auf der Matte, dennoch finden sich noch immer viele Gegenstände auf dem Feld. Grünig kann nicht verstehen, wieso die Festivalgänger derart viel liegenlassen. «Ich weiss nicht, ob die Leute so be­trunken waren oder einfach nur zu faul, um ihre Habseligkeiten mitzunehmen», meint Grüning.

Aber auch andere müssen sich mit Hinterlassenschaften beschäftigen. Nach vier Tagen Festival gilt es für die Ver­anstalter nun, über zehn Tonnen Müll zu entsorgen. Ausserdem müssen in den nächsten sieben Tagen 21 Kilometer ­Kabel, 13 000 Quadratmeter Bodenplatten und über 200 Toiletten demontiert und hinuntertransportiert werden. Dieser Aufgabe stellen sich 250 Helfer.

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