Aktualisiert 24.07.2012 16:14

GoldenPass-Strecke

Zentralbahn kauft für 150 Millionen neue Züge

Mit den zehn neuen Zugkompositionen zwischen Interlaken und Luzern soll der Fahrplan der Zentralbahn optimiert werden. Fahrgäste müssen ab 2017 in Zweisimmen nicht mehr umsteigen.

Der neue Zug «Fink» fährt am 15. Februar 2012 in die Halle der Stadler Rail in Bussnang. Es ist der erste Roll-out von zehn neuen Zügen der Zentralbahn.

Der neue Zug «Fink» fährt am 15. Februar 2012 in die Halle der Stadler Rail in Bussnang. Es ist der erste Roll-out von zehn neuen Zügen der Zentralbahn.

Die Zentralbahn (zb) kauft für 150 Millionen Franken zehn neue Zugskompositionen. Sie werden auf der so genannten GoldenPass-Strecke (Montreux-Luzern) zwischen Interlaken und Luzern (Brünig) eingesetzt. Ab 2017 entfällt auf dieser Strecke das Umsteigen in Zweisimmen.

Die drei Partner wollen laut Communiqué der zb vom Dienstag den GoldenPass weiterführen. Angestrebt wird eine möglichst optimale Fahrplangestaltung. Die Fahrgäste müssen dann nur noch in Interlaken den Zug wechseln, das Umsteigen in Zweisimmen entfällt. Am GoldenPass sind neben der Zentralbahn die BLS und die Montreux-Berner-Oberland-Bahn (MOB) beteiligt.

Bei den neuen Zügen der zb handelt es sich um vier siebenteilige (»Adler») sowie sechs dreiteilige Kompositionen (»Fink»). Panoramafenster, Klimatisierung, Kundeninformationssystem und ein Bistro gehörten zum Standard der «Adler», heisst es in der Medienmitteilung. Sie fassen 317 Passagiere.

Die dreiteiligen «Fink»-Züge habe eine Kapazität von 147 Personen. Sie werden in Spitzenzeiten zur Verstärkung der «Adler», aber auch auf den S-Bahn-Strecken 4 und 5 eingesetzt.

Ab 2014 alle neuen Züge in Betrieb

Die ersten drei neuen Zugskompositionen sind bereits ausgeliefert. Sie werden voraussichtlich Ende Jahr in Betrieb genommen. Die andern Züge werden bis Ende 2013 geliefert. Ab Fahrplan 2014 verkehren auf der Brünigstrecke dann ausschliesslich die neuen Züge.

Wie zb-Geschäftsführer Renato Fasciati auf Anfrage erklärte, bringt das neue Zugsmaterial zwischen Luzern und Interlaken eine 20-prozentige Effizienzsteigerung. Es handle sich um einen Quantensprung. Unter anderem können die neuen Züge schneller fahren.

Ausserdem handelt es sich um Pendelzüge, so dass die Züge in den Sackbahnhöfen nicht mehr gewendet werden müssen. Es braucht auch keine Lokwechsel mehr. Schliesslich trägt auch der neue Tunnel in Luzern (Tieferlegung des zb-Trassees) zur Effizienz bei.

Ein Novum der von der schweizerischen Stadler Rail gebauten Züge sind laut Fasciati die verstellbaren Zahnräder. Der Verschleiss kann damit geringer gehalten und die Laufzeit um das Dreifache erhöht werden. Das alte Rollmaterial wird laut Renatio Fasciati teilweise ausrangiert. Die andern Wagen werden umgebaut und modernisiert.

(sda)

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