Finanzkrise: Zentralbanken pumpen Milliarden in Märkte
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FinanzkriseZentralbanken pumpen Milliarden in Märkte

In London und Frankfurt haben die beiden wichtigsten Zentralbanken in Europa am Montag insgesamt gut 36 Milliarden Euro frisches Kapital in die verunsicherten Finanzmärkten gepumpt. Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Geldmarkt flexibel und grosszügig mit Liquidität versorgt.

Und zwar wurde so genanntes Overnight-Geld zum Satz von 1,9 Prozent angeboten, wie SNB-Sprecher Werner Abegg auf Anfrage sagte. Welche Beträge mit diesen Feinsteuerungsoperationen auf den Markt gelangten, gibt die Nationalbank erst später bekannt.

Die Währungshüter in Frankfurt am Main erklärten, sie verfolgten die Entwicklung nach wie vor genau. «Die EZB steht bereit, ihren Beitrag für ordentliche Bedingungen im Euro-Geldmarkt zu leisten.» Die bereitgestellten Mittel sollen die angespannte Situation beruhigen. Umgerechnet 6,4 Milliarden Euro (5 Milliarden Pfund) stellte die Bank of England in London zur Verfügung, 30 Milliarden Euro die Europäische Zentralbank (EZB). An der Hilfsaktion der EZB beteiligten sich 51 Banken an der zusätzlichen Refinanzierungsoperation und boten zusammen 90,27 Mrd. Euro, teilte die EZB am Montag mit.

Die Laufzeit beträgt einen Tag, der durchschnittliche Zinssatz 4,39 Prozent. Die EZB hatte zuvor erklärt, sie beobachte die Entwicklungen auf dem europäischen Geldmarkt weiter genau und sei bereit, zum reibungslosen Funktionieren beizutragen.

Bereits am Sonntag hatte die Fed angekündigt, erstmals zusätzlich Aktien als Sicherheit für Zentralbankgeld zu akzeptieren. Auslöser für die jüngsten Turbulenzen ist die Schieflage der US-Investmentbank Lehman Brothers, die nach dem Scheitern mehrerer Rettungsversuche Gläubigerschutz beantragt hat.

Mit dem Niedergang der US-Investmentbank Lehman Brothers und der Übernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America hatte sich die Lage an der Finanzmärkten am Montag erneut zugespitzt. Weltweit gingen die Aktienmärkte auf Talfahrt. (sda)

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