Zentralschweiz: Schutzmassnahmen haben sich bewährt
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Zentralschweiz: Schutzmassnahmen haben sich bewährt

Ohne die in den letzten zwei Jahren realisierten Massnahmen zum Hochwasserschutz wären die Schäden bei den jüngsten Regenfällen höher ausgefallen.

Nach dem Hochwasser vom August 2005 hat Obwalden über 30 Mio. Franken in Sofortmassnahmen und rund 6 Mio. Franken in Rüfenen- Verbauungen investiert. Das hat sich bewährt. Ohne diese Massnahmen wären die Schäden deutlich höher ausgefallen, sagt Kantonsoberförster Peter Lienert.

Als Beispiel führt er die Kernmatt in Sarnen an. «Die wäre andernfalls wieder überschwemmt gewesen.» Zudem waren Bevölkerung und Industrie diesmal sensibilisiert und besser vorbereitet. Man begann mit Notfallmassnahmen wie der Vorbereitung von Sandsäcken und Absperrungen.

Bewährungsprobe für Schutzdamm in Malters

Positiv fällt die Bilanz auch im Kanton Uri aus. Laut Baudirektor Markus Züst haben sich die 2005 in die Wege geleiteten Massnahmen bewährt - sowohl im September 2006 wie auch jetzt wieder. Es handelt sich vor allem um Optimierungen am Lauf des Schächen (Geschiebesammler) und bei der Mündung des Schächen in die Reuss.

Auch für Walter Baumann vom Wasserbau-Team des Kantons Luzern haben sich die Massnahmen bewährt. Obwohl die Wasserstände relativ hoch seien, habe es keine grösseren Schäden gegeben. In Malters etwa hat sich der Bau eines Schutzdammes bewährt.

Der Kanton Luzern hat in den letzten zwei Jahren u.a. die Dämme an der Kleinen Emme erhöht, Sohlensicherungen realisiert sowie die Ufer an der Kantonsstrase in Werthenstein gesichert. An kleineren Gewässern wurden Geschiebesammler erstellt. Für Reuss und Kleine Emme wurde ein Konzept zum Hochwasserschutz und zur Renaturierung erstellt.

«Mit blauem Auge davongekommen!»

«Ohne die seit 2005 realisierten Massnahmen hätten wir Probleme gehabt», sagt der Nidwaldner Kantonsingenieur Josef Eberli. So war das Geschiebe in der Engelberger Aa diesmal kein Problem. Auch die inzwischen fertiggestellte Notfallplanung habe sich sehr bewährt. Man habe das Ereignis gefahrlos bewältigen können.

Ein gutes Zeugnis stellt Alois Rey, Leiter der Dienststelle Wasserbau des Kantons Schwyz, den Sofortmassnahmen aus. Dazu gehören Sohlenstabilisierungen und Uferbefestigungen. «Wir sind diesmal mit einem blauen Auge davongekommen». Allerdings sei die Wassermenge in der Muota auch um ein Drittel kleiner gewesen als vor zwei Jahren.

Der Kanton Zug hatte im August 2005 keine ausserordentlich grossen Schäden zu verkraften. Möglicherweise, weil gerade rechtzeitig - im Juni 2005 - die Sanierung des Reussdamms in Hünenberg abgeschlossen werden konnte. Der Damm hat sich auch in diesen Tagen wieder bewährt.

(sda)

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