«La scala di seta»: Zentralschweizer Bars werden zu Opern-Bühnen
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«La scala di seta»Zentralschweizer Bars werden zu Opern-Bühnen

Ein Schwyzer Kulturverein will das verstaubte Image von Opern aufpolieren: In Begleitung eines Orchesters bringen die Künstler diese zu den Jungen in die Bar.

von
sam
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Der Verein Kulturschock organisiert immer wieder Konzerte klassischer Musik und bringt zum Auftakt der diesjährigen Saison Rossinis Kurzoper «La scala di seta» in verschiedene Zentralschweizer Bars.

Der Verein Kulturschock organisiert immer wieder Konzerte klassischer Musik und bringt zum Auftakt der diesjährigen Saison Rossinis Kurzoper «La scala di seta» in verschiedene Zentralschweizer Bars.

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Das Stück kann im Madeleine Luzern, im Gaswerk Schwyz, im Kultturm Brunnen, in der Victoriabar in Baar und im Hirschen Schwyz besucht werden. Alle Akteure sind anschliessend an der After-Opera-Party bei einem Cocktail oder auf der Tanzfläche anzutreffen.

Das Stück kann im Madeleine Luzern, im Gaswerk Schwyz, im Kultturm Brunnen, in der Victoriabar in Baar und im Hirschen Schwyz besucht werden. Alle Akteure sind anschliessend an der After-Opera-Party bei einem Cocktail oder auf der Tanzfläche anzutreffen.

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«Wir möchten dazu beitragen, dass sich die jungen Leute wieder vermehrt für diesen Musikstil interessieren», sagt Lydia Opilik, Präsidentin des Vereins Kulturschock. Tickets gibt es via Reservation oder an der Abendkasse.

«Wir möchten dazu beitragen, dass sich die jungen Leute wieder vermehrt für diesen Musikstil interessieren», sagt Lydia Opilik, Präsidentin des Vereins Kulturschock. Tickets gibt es via Reservation oder an der Abendkasse.

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Eine Oper dauert drei Stunden, wird nur von Personen im Senioren-Alter besucht und alle tragen Anzug mit Krawatte: Mit diesen Klischees soll nun aufgeräumt werden. Vier junge Musiker vom Verein «Kulturschock» haben sich zum Ziel gesetzt, die klassische Musikszene in der Zentralschweiz aufzumischen. Konkret: Ab Oktober werden in fünf verschiedenen Bars Opern aufgeführt. «Wir möchten dazu beitragen, dass sich die jungen Leute wieder stärker für diesen Musikstil interessieren», sagt Lydia Opilik, Präsidentin des Vereins.

Anschliessende Afterparty

Bereits im letzten Jahr waren im Kanton Schwyz in Bars und Clubs klassische Konzerte organisiert worden. Opilik freut sich: «Nach dem grossen Erfolg gehen wir nun in die zweite Runde.» Man habe die Konzertserie deshalb auf die gesamte Zentralschweiz ausgebaut. So können die Opern im Madeleine Luzern, im Gaswerk Schwyz, im Kultturm Brunnen, in der Victoriabar in Baar und im Hirschen Schwyz besucht werden.

Das Konzept ist simpel: Während rund einer Stunde wird die Kurzoper «La scala di seta» von Rossini aufgeführt, danach gibt es eine Afterparty. Die Oper erzählt die Geschichte der kecken Giulia, welche gegen den Willen ihres Vormunds heimlich ihren Liebhaber Dorvil heiratet – der Vormund seinerseits hat aber Dorvils Freund Blansanc für sie bestimmt. «Es ergibt sich ein lustiges Versteckspiel mit einigen Turbulenzen», so Opilik.

Rund 100 Gäste pro Abend

«Unser 14-köpfiges Orchester spielt dabei in verschiedenen Anordnungen, beispielsweise auf dem Balkon oder rund um das Publikum verteilt», so Opilik. Aufgrund der Grösse der jeweiligen Bar müsse die Kulisse entsprechend angepasst werden. So wird auch die Afterparty musikalisch auf die jeweilige Location abgestimmt: «Wir müssen natürlich darauf achten, dass sich die Stammgäste nicht gestört fühlen», sagt Opilik. Selbstverständlich seien die Opern-Akteure ebenfalls an der After-Opera-Party auf der Tanzfläche anzutreffen.

An den Abenden werden laut Opilik rund 100 Personen erwartet. Die Tickets können reserviert werden oder direkt an der Abendkasse bezogen werden. Opilik freut sich auf die Aufführungen und ist sich sicher: «Egal ob Einsteiger, Liebhaber oder Opernmuffel – dieses Spektakel ist für jedermann.»

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