Erfolgreiche Proteste: Zermatt schafft die «Foto-Bernhardiner» ab
Aktualisiert

Erfolgreiche ProtesteZermatt schafft die «Foto-Bernhardiner» ab

Nach scharfer Kritik von Tierschützern verzichtet Zermatt nun auf «Foto-Bernhardiner». Der Gemeindepräsident denkt bereits an Alternativen.

von
ced
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Folgende Bilder wurden vom Schweizer Tierschutz (STS) in Zermatt aufgenommen. Sie zeigen, ...

Folgende Bilder wurden vom Schweizer Tierschutz (STS) in Zermatt aufgenommen. Sie zeigen, ...

Schweizer Tierschutz STS
... wie die Bernhardiner allein ...

... wie die Bernhardiner allein ...

Schweizer Tierschutz STS
... in einem leerstehenden Haus eingesperrt sind.

... in einem leerstehenden Haus eingesperrt sind.

Schweizer Tierschutz STS

Es sei ein armseliges Leben, das die Hunde fristeten: Abschottung, mangelnde Bewegung und Foto-Drill seien an der Tagesordnung. So beschrieb Tierschützerin Sylvia Nanzer Ende Januar den Alltag der Bernhardiner in Zermatt. Zusammen mit dem Schweizer Tierschutz wollte sie deshalb erwirken, dass die Hunde nicht mehr für Touristenfotos posieren müssen. Im März wurde Strafanzeige gegen die verantwortlichen Tierhalter eingereicht.

Nun konnte in der Debatte eine aussergerichtliche Lösung gefunden werden: «Auf den bisherigen Standplätzen auf Gornergrat und Sunnegga werden in Zukunft keine Bernhardiner für Fotoshootings mit Touristen mehr anzutreffen sein», sagt Zermatts Gemeindepräsident Christoph Bürgin zum «Walliser Boten». «Wir konnten die beiden Zermatter Anbieter in Gesprächen überzeugen, dass die Weiterführung des Angebots keine gute Lösung ist.»

Verkleiden sich nun Mitarbeiter als Hunde?

Spätestens im kommenden Winter sollen im Berggebiet keine Hunde mehr «arbeiten». Bis dahin könne es sein, dass aufgrund von längerfristigen Verträgen mit vornehmlich japanischen Tour-Operators vereinzelt noch Bernhardiner eingesetzt werden. Bürgin: «Es ist aber gut möglich, dass diese Partner auf die Einhaltung der Abmachungen verzichten.»

Damit Touristen auch in Zukunft nicht auf Schweizer Symbolismus verzichten müssen, überlege man sich bereits Ersatzangebote. Laut Bürgin könnte zum Beispiel ein Alphornbläser in die Bresche springen und sich mit den Feriengästen ablichten lassen. Denkbar wäre auch, dass die Mitarbeiter der Foto-Anbieter aktiv werden. Diese könnten sich als Bernhardiner verkleiden. In Disney-Land mache man das ja auch so.

Was nun mit den «arbeitslosen» Bernhardinern passiert, sei unklar. Das liege in der Verantwortung der Besitzer. «Die Gemeinde bietet ihre Unterstützung an», so Bürgin. Ebenfalls Hilfe zugesagt hat der Schweizer Tierschutz. Ob die Tiere umplatziert werden, bleibt offen. Die zuständigen Besitzer wollten sich nicht zum Verbleib der Hunde äussern.

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