Aktualisiert 21.07.2005 00:17

Zero Tolerance für lärmende Jugendliche auf Campings

Die heile Welt des Campings ist immer mehr bedroht. Zeltplätze reagieren mit Mindestalter und rigiden Wegweisungen auf laute und undisziplinierte Jugendliche.

«Die Jungen haben keine Disziplin und meinen, sie können lärmen, so viel sie wollen», schimpft Edi Hurter (64), seit elf Jahren Chef des Campingplatzes Buchhorn in Arbon.

Erst am Dienstag musste der altgediente Platzwart wieder drei Jugendliche wegweisen, die zu viel Lärm machten. Auf Akzeptanz stösst er dabei nicht. «Arschloch ist noch ein schönes Wort, verglichen mit dem, was ich mir anhören muss», sagt Hurter.

Jugendliche unter 16 Jahren lässt er deshalb gar nicht mehr ohne Begleitung auf den Platz. Der TCS empfiehlt ein Mindestalter von 18 Jahren. Im Tessin ist dies gar Gesetz.

Auch Reto Fischer (26) vom Campingplatz Wiederhorn in Egnach musste gestern eine Gruppe rauswerfen. «Sie glaubten, ein Openair veranstalten zu müssen. Oft haben sie gar nicht das Gefühl, dass sie Lärm machen», sagt Fischer. Er glaubt, dass die Toleranz gegenüber den Lärmverursachern abgenommen hat.

«Der Lärm wird von der Gesellschaft je länger je weniger akzeptiert, vor allem diese Bum-Bum-Musik», so Edi Hurter. Lange muss sich der Platzwart jedoch nicht mehr über lärmende Jugendliche ärgern – nächstes Jahr geht er in Pension.

Sascha Schmid

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