Aktualisiert 28.06.2011 15:25

Bundesrätin Leuthard

Zerstörte Züge - Fussballfans sollen zahlen

Für Verkehrsministerin Doris Leuthard ist klar: Sie will, dass Fussballfans für die von ihnen verursachten Schäden an SBB-Zügen aufkommen.

von
uwb

Erstmals schaltet sich Bundesrätin Doris Leuthard in die Diskussion um Fan-Züge und Gewalt an Fussballspielen ein. Gegenüber der Sendung «10vor10» vom Dienstag sagt Verkehrsministerin Leuthard: «Wir müssen diskutieren, wie wir das Verhalten der Fans ändern und die Schäden eingrenzen oder auf die Verursacher überwälzen können. Ich finde es befremdend, dass so grosse Sachschäden entstehen, die der Bund als Besitzerin der SBB bezahlen muss.»

Bundesrätin Leuthard hat deshalb im Verkehrsdepartement (Uvek) eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die rechtliche Möglichkeiten prüft, um fehlbare Fans oder Klubs haftbar für Schäden zu machen. Mit dabei: SBB-Chef Andreas Meyer und Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr.

Die SBB beziffern die Schäden und ungedeckten Kosten der Fan-Züge alleine in der letzten Saison auf drei Millionen Franken. «10vor10» liegt gemäss einer Medienmitteilung eine interne Liste der SBB vor, die zeigt, dass immer mehr unbeteiligte Bahnreisende Opfer von Gewalt durch Fussball-Randalierer werden. Allein seit Februar 2010 wurden fünf Personen durch Randalierer in Fan-Zügen verletzt: Drei Privatpersonen standen am Perron, wurden von Petarden oder Flaschen getroffen und mussten verarztet werden – letztmals Ende Mai als Sion-Supporter an den Cupfinal nach Basel fuhren und aus dem Fan-Zug Gegenstände auf das Perron und wartende Zugsreisende warfen. Zudem wurden seit Februar zwei Bahnpolizisten der SBB in Fan-Zügen verletzt.

Die Schweizer Fussball-Liga wollte laut SRF keine Stellung nehmen.

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