Medienkonferenz – Am Zürcher Hauptbahnhof entsteht ein Impfdorf

MedienkonferenzAm Zürcher Hauptbahnhof entsteht ein Impfdorf

Die Corona-Fallzahlen steigen aktuell wieder an, in der Schweiz genauso wie im übrigen Europa. Der Bundesrat will mit einer Impfwoche Gegensteuer geben. Alle Infos im Ticker.

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Newsdesk

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Mittwoch, 03.11.2021

Zusammenfassung

Der Bundesrat hat in Bern über seine Impfwoche informiert. Das Wichtigste dazu in Kürze:

  • Eine nationale Impfwoche vom 8. bis 14. November soll die Unentschlossenen von der Impfung überzeugen. So sei es möglich, den Zugang zur Impfung zu vereinfachen.

  • Die Impfwoche richtet sich aber auch an Geimpfte, die noch Fragen zur Impfung oder der Booster-Impfung haben.

  • Ein Ziel für diese Impfwoche gebe es nicht, aber: «Jede Impfung zählt», sagt Bundesrat Alain Berset.

  • Bundesrat Guy Parmelin geht davon aus, dass sich viele Schweizerinnen und Schweizer noch impfen lassen werden, obwohl sie momentan zum Teil noch gegen die Corona-Impfung seien.

  • «Mit 150 Impfungen kann eine Hospitalisierung auf der Intensivstation vermieden werden», sagt Berset.

  • Das Ziel sei nicht mehr, die Impfunwilligen zu schützen, sondern das Gesundheitswesen vor einer Überlastung zu schützen, so Berset.

  • Laut Lukas Engelberger hat die Pandemie das Potenzial, das Gesundheitswesen schwer zu überlasten. Der Aufwand pro Impfung steige zwar, aber es lohne sich, denn «jede Impfung zählt».

  • Eine Dame aus Appenzell sei extra nach Zürich gereist, um sich «im schönen Impftram» in Zürich impfen zu lassen, sagt Natalie Rickli.

  • Im Zürcher Hauptbahnhof werde es ein «Impfdorf» geben, das der ganzen Schweiz zur Verfügung stehen werde, sagt Rickli.

Die Medienkonferenz ist zu Ende

In Kürze folgt hier eine Zusammenfassung.

Ist das Impfdorf am HB Züri eine Art Weihnachtsmarkt?

«Als Gesundheitsdirektorin kann ich ja schlecht Glühwein ausschenken», sagt Rickli. Die Medien sollten am besten selbst vor Ort vorbei kommen und sich ein Bild des Impfdorfs machen.

Warum sitzen nur Vertreter von Kantonen am Tisch, die eine hohe Impfquote haben?

Die Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren hätten sich in diesem Jahr oft persönlich getroffen, entgegnet Engelberger auf diese Frage. Und man sei sich einig, dass die Impfung der Weg aus der Pandemie sei. «Wir ziehen alle am gleichen Strick», sagt Engelberger. Laut Rickli arbeiten alle Regierungsräte und Regierungsrätinnen eng zusammen.

Haben die Kantone einen Mehraufwand?

Die Zertifikatsausstellung sei eine anspruchsvolle Aufgabe, sagt Engelberger. Die «Art Basel» habe als Test für die Verwaltungen gedient, der Mehraufwand für die Kantone halte sich aber wohl in Grenzen.

Ist die Impfwoche der letzte Aufruf des Bundesrats?

«Das würde ich so jetzt nicht sagen», antwortet Parmelin auf diese Frage. Die Erfahrung zeige, dass es immer wieder solche Aufrufe brauche.

20 Minuten

Wann übernimmt der Bund die Kosten der Booster-Impfung?

«Wir übernehmen die Kosten gemäss der Empfehlungen», sagt Virginie Masseray etwas kryptisch. «Niemand sollte für seine Auffrischungsimpfung bezahlen müssen.»

Welche Künstler hat der Bund angefragt? Ist das Tessin untervertreten?

Nicht alle Künstlerinnen und Künstler seien für eine ganze Woche verfügbar, sagt Michael Beer, Vizedirektor und Leiter Lebensmittel und Ernährung. Man habe aber auf einen guten Mix der Sprachregionen und Musik-Genres geachtet, sodass nicht nur Rapper auftreten.

Welcher Kanton macht was?

«In den Kantonen kamen nicht alle Vorschläge für die Impfwoche gut an», sagt Rickli. «Aber viele.» Jeder Kanton müsse darum für sich entscheiden, was er umsetzen könne. Der Kanton Zürich setze zum Beispiel auf telefonische Beratungen durch Contact Tracer. Der Bund stelle lediglich «einen Baukasten» zur Verfügung, den die Kantone individuell nutzen könnten.

Wie gross ist der zusätzliche Effort bei den Kantonen tatsächlich?

«Wir schauen, was machbar ist», sagt Lukas Engelberger stellvertretend für die Kantone. Es sei aber noch zu früh, um genaue Zahlen zu nennen. 13 Kantone sollen insgesamt 44 neue «mobile Impfeinheiten» hochfahren. «Wir analysieren, was wir tun können, und was überhaupt möglich ist in einer Woche.»

«Das wäre eine Katastrophe».

«Es geht darum, dass wir eine Überlastung des Spitalwesens vermeiden», sagt Parmelin. Auch neue Schliessungen wolle man verhindern, «das wäre eine Katastrophe».

Untergräbt der Bundesrat seine eigene Impfoffensive?

«Die Massnahmen müssen nahe an der Realität sein», sagt Berset. Die Verlängerung der Gültigkeit des Impfzertifikats für Genesene untergrabe die Impfoffensive nicht. Sie sei sinnvoll, weil es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gebe.

Impfoffensive richtet sich auch an Umgeimpfte

Auch viele Geimpfte hätten noch offene Fragen, sagt Engelberger. Diese Frage könnten nun mit der Impfwoche beantwortet werden.

Was, wenn die Impfbereitschaft trotzdem klein bleibt?

Das Ziel sei nicht mehr, die Impfunwilligen zu schützen. Das Ziel sei, das Gesundheitswesen vor einer Überlastung zu schützen, sagt Berset. Die Impfoffensive sein «eine Art Last Call», so der Bundesrat. Jede Impfung sei ein Erfolg im Kampf gegen das Virus und ein Erfolg für das Allgemeinwohl, ergänzt Engelberger.

Wann ist die Impfwoche ein Erfolg?

«Jede zusätzliche Impfung ist ein Erfolg», sagt Berset. Das Ziel sei einfach: Mehr Menschen sollen sich gegen das Coronavirus impfen lassen, erklärt der Bundesrat.

Gemeinsam aus der Pandemie

«Ich hoffe sehr, dass sich in den kommenden Wochen möglichst viele Menschen in der Schweiz impfen lassen, um sich vor dem Coronavirus zu schützen», sagt Rickli. Es müsse das Ziel sein, gemeinsam aus der Pandemie zu kommen.

«Lange Nacht der Impfung»

Es werde zudem eine «lange Nacht der Impfung» geben, sagt Rickli. Auch die Ärzte und Ärztinnen unterstützen laut Rickli die Impfwoche. Auch das Contact Tracing werde der Kanton Zürich verstärken. Die Pandemie daure nun schon 21 Monate, und die Impfung sei der beste Weg aus der Pandemie, so Rickli. «Wer sich impfen lässt, übernimmt auch Verantwortung gegenüber den Ungeimpften.»

Kanton Zürich plant Impfdorf am HB

«Wir wollen verhindern, dass die Spitäler und ihr Personal schon bald wieder unter Druck kommen und Eingriffe verschoben werden müssen», sagt Rickli. Der Kanton Zürich sei gut unterwegs. Als die Impfnachfrage nach den Sommerferien nachgelassen habe, habe man die Impfung näher zu den Leuten gebracht, etwa mit dem Impftram. Eine Dame aus Appenzell sei sogar extra nach Zürich gereist, um sich «im schönen Impftram» impfen zu lassen. «Jede Impfung zählt», sagt auch Rickli. Der Kanton Zürich werde jetzt nochmals «Vollgas geben», um die Impfung weiter zu pushen. Im Zürcher Hauptbahnhof werde es ein «Impfdorf» geben, das der ganzen Schweiz zur Verfügung stehen werde, sagt Rickli.

Natalie Rickli übernimmt das Wort

Nun spricht Natalie Rickli, die Gesundheitsdirekorin des Kantons Zürich.

Die Impfung soll näher zu den Menschen

Gemäss Engelberger gibt es keine Gründe, die gegen die Impfung sprechen – ausser sehr seltene medizinische Spezialfälle. Die nationale Impfwoche soll die Impfung «näher zu den Menschen» bringen. Es werde viele Medienaktivitäten geben und alle Kantone würden «sehr konkrete Angebote» lancieren. Zum Kanton Basel-Stadt könne er allerdings noch nichts sagen, so Engelberger. Mit diesem Kanton seien die Gespräche noch im Gang.

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