Zertifikatspflicht ab Montag, neue Einreise-Regeln eine Woche später
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Das plant der BundesratZertifikatspflicht ab Montag, neue Einreise-Regeln eine Woche später

Für öffentlich zugängliche Einrichtungen wie Restaurants und Fitnesscenter braucht es ab Montag ein Zertifikat. Der Bundesrat plant aber noch weitere Massnahmen.

von
Claudia Blumer
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Die Situation in den Spitälern sei «sehr ernst», sagt der Bundesrat. Ab Montag gilt deshalb eine Zertifikatspflicht für viele öffentlich zugängliche Einrichtungen.

Die Situation in den Spitälern sei «sehr ernst», sagt der Bundesrat. Ab Montag gilt deshalb eine Zertifikatspflicht für viele öffentlich zugängliche Einrichtungen.

AFP

Darum gehts

  • Ab Montag, 13. September, brauchen über 16-Jährige für den Einlass in diversen öffentlichen Räumen ein Zertifikat. Darunter Restaurants, Bars, Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen.

  • Ausgenommen von der Zertifikatspflicht sind die Aussenbereiche, also Gartenwirtschaften, Gassenküchen und Transitbereiche von Flughäfen, politische Veranstaltungen sowie religiöse Feiern.

  • Ebenfalls sollen Arbeitgeber die Zertifikatspflicht anwenden dürfen, wenn es dem Schutzkonzept dienlich ist. Dazu gibt es detaillierte Bestimmungen.

  • Weiter will der Bundesrat schon eine Woche später, am 20. September, neue Einreise-Regeln in Kraft setzen. Er hat dazu zwei Varianten in die Konsultation gegeben.

  • Die Massnahmen sind bis zum 24. Januar 2022 befristet.

Der Bundesrat führt eine Zertifikatspflicht für diverse öffentlich zugängliche Räume ein. Beziehungsweise dehnt er die bestehende Zertifikatspflicht für Clubs und Grossveranstaltungen aus auf Restaurants, Bars, Kinos, Fitnesscenter sowie andere Kultur- und Sporteinrichtungen wie Museen, Hallenbäder et cetera. Dies hat der Bundesrat in seiner Sitzung vom Mittwochvormittag entschieden.

Auch am Arbeitsplatz könnte die Zertifikatspflicht nun Realität werden. Der Bundesrat erlaubt den Arbeitgebern diese Massnahme, unter Bedingungen: die Massnahme muss dazu dienen, angemessene Schutzmassnahmen festzulegen oder Testkonzepte umzusetzen. Die so erlangten Informationen über den Immunitätsstatus dürfen nicht anderweitig verwendet werden, und die Mitarbeitenden müssen konsultiert und schriftlich dokumentiert werden. Sofern der Arbeitgeber von den Mitarbeitenden Tests verlangt, muss er diese bezahlen. Bei repetitiven Tests übernimmt der Bund die Kosten.

Einreisende sollen Zertifikat oder Tests vorlegen

Ebenfalls will der Bundesrat schon ab 20. September neue Einreise-Restriktionen einführen. Zwei Vorschläge dazu gab er am Mittwoch in die Konsultation:

Variante 1: Nicht geimpfte und nicht genesene Einreisende sollen einen negativen Test bei der Einreise vorweisen müssen, egal, woher sie kommen. Nach vier bis sieben Tagen in der Schweiz sollen sie einen weiteren Test durchführen und dem Kanton übermitteln. Beide Tests müssen sie selber bezahlen.

Variante 2: Nicht geimpfte und nicht genesene Einreisende müssen bei der Einreise ebenfalls ein negatives Testergebnis vorweisen. Anstelle eines zweiten Tests müssen sie aber für zehn Tage in Quarantäne. Sie können die Quarantäne nach sieben Tagen mit einem negativen Testergebnis aufheben.

Beide Varianten gehen bis zum 14. September in die Vernehmlassung.

Die bisher geführte Länderliste, die sich an Ländern mit besonders hohen Fallzahlen oder einer besonders gefährlichen Virusvariante orientierte, wird hingegen nicht mehr weitergeführt. Da sich die Situation oft innert weniger Tage drastisch verändert, werde eine solche Liste der Dynamik nicht gerecht, schreibt der Bundesrat.

Wirkung erst in zwei bis drei Wochen erwartet

Die Zertifikatspflicht gilt für Personen ab 16 Jahren und ist bis 24. Januar 2022 befristet. Der Bundesrat kann sie auch vorher schon aufheben, sollte sich die Situation positiv entwickeln. Begründet wird die Massnahme hauptsächlich mit der Situation in den Spitälern, wie der Bundesrat betont. Die Lage bleibe angespannt, Intensivstationen seien «sehr stark» ausgelastet. In einigen Kantonen würden Operationen verschoben und verschiedentlich Patientinnen und Patienten in andere Spitäler verlegt. Ein rascher Anstieg könne aufgrund der kühler werdenden Temperaturen nicht ausgeschlossen werden.

Bis sich die neue Massnahme auf die Situation in den Spitälern auswirkt, werde es zwei bis drei Wochen dauern, schätzt der Bundesrat.

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