Aktualisiert 08.05.2019 08:42

Ärger um Reservationen

Zettelkrieg bei öffentlicher Grillstelle

Grosse Feuerstelle, Sitzbänke und eine Überdachung: Die öffentliche Grillstelle in Lyss BE bietet alles, nur keine Reservationsfunktion. Jetzt gibts Ärger.

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Diese Aushänge bei der Grillstelle Waldhaus Lyss sorgen für Ärger.

Diese Aushänge bei der Grillstelle Waldhaus Lyss sorgen für Ärger.

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Private kündigen mittels Zettel immer wieder ihr Kommen an und «reservieren» das öffentliche Plätzchen.

Private kündigen mittels Zettel immer wieder ihr Kommen an und «reservieren» das öffentliche Plätzchen.

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Für viele unverständlich. Sie ärgern sich über den Brauch:  «Entweder es hat Platz oder eben nicht. So etwas geht gar nicht», heisst es in einer Facebook-Gruppe.

Für viele unverständlich. Sie ärgern sich über den Brauch: «Entweder es hat Platz oder eben nicht. So etwas geht gar nicht», heisst es in einer Facebook-Gruppe.

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An den Säulen der öffentlichen Grillstelle beim Waldhaus in Lyss hängen grosse Papiere in Plastikfolien – und diese sorgen für Ärger bei der Lysser Bevölkerung. Denn immer wieder versuchen Private, die Anlage mit solchen Aushängen zu reservieren. Sei es fürs Familenfest, den Kindergeburtstag oder fürs Pfadi-Bräteln. Für D.T.* unverständlich: «Entweder es hat Platz oder eben nicht. So etwas geht gar nicht», schreibt er in seinem Facebook-Post in einer öffentlichen Gruppe, dazu stellt er ein Foto des Orts des Geschehens hinzu.

Öffentliche Plätze zu reservieren sei nicht in Ordnung, meint der Berner zu 20 Minuten: «Schon gar nicht mit solch dreisten Sprüchen wie ‹Grillstelle reserviert am...›. Als hätte man dafür bezahlt.» Er selber benutze die Grillstelle auch: «Es haben sich auch schon Fremde dazugesetzt, was völlig okay ist», so T. Schliesslich biete die Feuerstelle viel Platz, und es habe verschiedene Tische und Sitzgelegenheiten.

Für Verantwortliche okay

Viele Einwohner zeigen sich nicht überrascht: «Das war dort schon immer so», meint etwa eine Userin zu T.s Post. Viele andere pflichten ihm bei und ärgern sich ebenfalls über den «Reservations- und Zettelwahn». Nicht so jedoch die Verantwortlichen der öffentlichen Grillstelle. Bei Forst Lyss, Inhaberin des Grillplätzchens im Wald, begrüsst man dieses Vorgehen: «Weil der Grillplatz nicht gemietet werden kann, dürfen Personen oder Vereine den Gebrauch anmelden – etwa indem sie Zettel anbringen und die Benutzung ankündigen», sagt Revierförster Andres Ammann. Wichtig sei es jedoch zu betonen: «Es besteht kein Anspruch auf die Reservation. Wenn andere Benutzer auftauchen, müssen sich die Parteien arrangieren.»

Laut Ammann ist es noch nie zu Problemen bezüglich der Nutzung der Feuerstelle gekommen – auch weil Gruppen ihr Kommen ankündigen, wie der Förster glaubt. «Weil üblicherweise auch die Telefonnummer hinterlassen wird, können sich die Parteien bereits im Vorfeld absprechen und entsprechend planen», so Ammann.

Nicht allein sein

So geschah es auch beim Familienfest einer Lysser Familie, das neulich an der Grillstelle stattfand. «Wir waren fast 20 Personen. Ich wollte andere Besucher einfach darauf vorbereiten, dass an jenem Tag hier eine grosse Gruppe grillieren wird», so die Frau zu 20 Minuten. Die Reservationen beim Grillplatz würden andere Personen nicht ausschliessen: «Die meisten kündigen ihr Kommen für andere an, nicht weil sie alleine sein wollen. Es ist schliesslich eine öffentliche Anlage», so die Lysserin. Die Diskussion auf Facebook findet sie völlig übertrieben: «Und sie zeigt mal wieder, dass Menschen heute nicht mehr miteinander reden können.»

*Name der Redaktion bekannt

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