Zeugenaussage unter Hypnose nicht verwendbar
Aktualisiert

Zeugenaussage unter Hypnose nicht verwendbar

Ein 43-jähriger Freiburger muss sich vor dem Gryerzer Strafgericht wegen Vergewaltigung verantworten.

Das Gericht hatte am Dienstag eine unter Hypnose gemachte Aussage eines Opfers zu würdigen.

Der Staatsanwalt stütze sich in seinem Plädoyer und dem beantragten Strafmass von 18 Monaten Gefängnis bedingt nicht auf die unter Hyponose gemachten Aussagen des Opfers.

Die Verwendbarkeit von unter Hyponose gemachten Zeugenaussagen ist laut dem Arzt und Psychotherapeuten Eric Bonvin stark umstritten. Bonvin der als Zeuge und Experte vor Gericht auftrat, unterrichtet selber Hypnosetechniken.

Hypnose im Zusammenhang mit gerichtsmedizinischer Wahrheitsfindung anzuwenden, ist laut Bonvin «sehr gefährlich». Hyponose sei ein therapeutisches Mittel mit dem Ziel, die Leiden des Patienten zu mindern, führte er aus.

Racheversion der Verteidigung

Der Staatsanwalt liess den Anklagepunkt Vergewaltigung schliesslich fallen und konzentrierte sich auf den Anklagepunkt sexuelle Handlungen mit Abhängigen. Die Klägerin war zum Zeitpunkt des Vorfalls als Lehrling in einer Garage tätig. Der Angeklagte war als Mechaniker in dem Betrieb angestellt.

Die Verteidigung des Angeklagten stellte sich auf den Standpunkt, dass die junge Frau in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Mandanten gestanden habe. Sie habe sich ihm gegenüber als eigenständige, pfiffige junge Frau verhalten - ganz gemäss den Worten ihres Vaters, als junge Frau, die genau wisse, was sie wolle.

Nach Darstellung der Verteidigung wollte sich das mutmassliche Opfer rächen, weil sich der Angeklagte einer Freundin der jungen Frau zugewandt hatte und sie sich vernachlässigt gefühlt habe.

(sda)

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