Zürich: ZHAW schickt Studierenden 8-seitiges Manual zu gendergerechter Sprache

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ZürichZHAW schickt Studierenden 8-seitiges Manual zu gendergerechter Sprache

Der Rektor der ZHAW hat an alle Studierenden einen Leitfaden verschickt, der Orientierung schaffen und als Hilfestellung dienen soll.

von
Yann Bartal
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Die Studierenden der ZHAW erhielten Anfang Woche einen Leitfaden für einen inklusiven Sprachgebrauch. (Symbolbild)

Die Studierenden der ZHAW erhielten Anfang Woche einen Leitfaden für einen inklusiven Sprachgebrauch. (Symbolbild)

Tamedia/Madeleine Schoder
In dem Leitfaden werden Beispiele für genderneutrale und inklusive Personenbezeichnungen genannt.

In dem Leitfaden werden Beispiele für genderneutrale und inklusive Personenbezeichnungen genannt.

ZHAW
Für die Studierenden soll der Leitfaden nur als Orientierung dienen und sie dürfen aufgrund dessen weder besser noch schlechter bewertet werden. (Symbolbild)

Für die Studierenden soll der Leitfaden nur als Orientierung dienen und sie dürfen aufgrund dessen weder besser noch schlechter bewertet werden. (Symbolbild)

20min/Marco Zangger

Darum gehts

Alle Studierenden der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) erhielten Anfang der Woche Post des Rektors. In der E-Mail, die 20 Minuten vorliegt, fanden sie einen achtseitigen Leitfaden zu «inklusivem Sprachgebrauch». Im Dokument werden allerlei Beispiele aufgezeigt: Diskriminierende Sprache wird dabei mit einem traurigen und inklusive Sprache mit einem lachenden Smiley versehen. 

In diesem Sinne wird «Menschen ohne Behinderung» anstatt «normale Menschen» empfohlen. «Kritiker» werden zu «kritischen Stimmen» und schliesslich sollten auch keine «Anwaltskosten», sondern «Kosten für die Rechtsvertretung» beglichen werden.

Laut dem Rektor richtet sich der Sprachleitfaden als Unterstützung an alle Mitarbeitenden und Studierenden. «Er zeigt auf, wie eine diversitygerechte und inklusive Sprache als Teil unserer Hochschulkultur gelingen kann.» «Inside Paradenplatz» hat darüber zuerst berichtet.

Leitfaden aus einem Bedürfnis der Studierenden entstanden

Die Richtlinien sollten Orientierung schaffen und als Hilfestellung dienen, sagt Svenja Witzig, Leiterin Stabsstelle Diversity. «Wir möchten aber in keiner Weise den Studierenden inklusive Sprache aufzwingen.» Im Gegenteil sei der Sprachleitfaden aus einem Bedürfnis der Studierenden und Angehörigen der ZHAW in einem breit abgestützten einjährigen Entstehungsprozess erarbeitet worden. «An einer Hochschule ist Sprache ein zentrales Werkzeug. Daher interessiert es die Leute besonders, wie sie damit umgehen sollen.» Die Förderung einer inklusiven Kultur sei wichtig und die Hochschule sei auf Diversität angewiesen, damit sie innovativ bleibe, meint Witzig.

«Die Hochschule ist auf Diversität angewiesen, damit sie innovativ bleibt.»

Svenja Witzig, Leiterin Stabsstelle Diversity

Weiterhin habe der Leitfaden keinen Einfluss auf die Bewertung der studentischen Leistungen. Es gelte der Grundsatz der Freiheit der Lehre, erklärt Witzig. Das heisst, die Dozierenden geben die Beurteilungskriterien vor. «Wenn von den Dozierenden aber keine Vorgaben gemacht werden, können sich die Studierenden an dem Leitfaden orientieren und dürfen dann weder besser noch schlechter bewertet werden.» 

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