Hochprozentiges für die Ukraine - «Ziel ist, 2022 eine Million Flaschen von ‹Vodka Zelensky› zu verkaufen» 

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Hochprozentiges für die Ukraine«Ziel ist, 2022 eine Million Flaschen von ‹Vodka Zelensky› zu verkaufen» 

Der Schweizer Unternehmer Tobias Reichmuth will mit seinem neuen ‹Vodka Zelensky› bis Ende Jahr 10 Millionen Franken verdienen – und der Ukraine spenden. Olena Selenska, die Ehefrau des ukrainischen Präsidenten, freut sich über die Unterstützung.  

von
Daniela Gigor
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Unternehmer Tobias Reichmuth lanciert die Wodka-Marke «Vodka Zelensky», nach der englischen Namensversion des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenski. 

Unternehmer Tobias Reichmuth lanciert die Wodka-Marke «Vodka Zelensky», nach der englischen Namensversion des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenski. 

Tobias Reichmuth 
Sein Ziel ist, bis Ende 2022 eine Million Flaschen zu verkaufen und so zehn Millionen Franken an die Ukraine spenden zu können. 

Sein Ziel ist, bis Ende 2022 eine Million Flaschen zu verkaufen und so zehn Millionen Franken an die Ukraine spenden zu können. 

Tobias Reichmuth 
So sieht die Flasche des neuen ‹Wodka Zelensky› aus. 

So sieht die Flasche des neuen ‹Wodka Zelensky› aus. 

Wodka Zelensky 

Darum gehts 

  • Innerhalb von acht Tagen bringt Unternehmer Tobias Reichmuth mit einer geflüchteten Ukrainerin einen neuen Wodka auf den Markt. 

  • Eine Flasche kostet 40 Franken. 

  • Sein Ziel: bis Ende 2022 eine Million Flaschen zu verkaufen. 

  • Er verspricht, die Gewinne zu 100 Prozent bis mindestens 2026 an die notleidenden Menschen in der Ukraine zu spenden.

  • Unter anderem ist Walter Fust, ehemals Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), dafür verantwortlich, welche Organisationen vor Ort finanziell unterstützt werden.

«Durch Anastasiia, mit der ich seit sechs Jahren befreundet bin, ist der Krieg quasi live auf mein Handy gekommen», sagt der 43-jährige Unternehmer Tobias Reichmuth. Am 4. März flüchtete die Modedesignerin Anastasiia Rosinina aus Kiew in die Schweiz. Und damit begann eine innovative Idee ihren Lauf zu nehmen.

Der Unternehmer und Investor, der bekannt ist als Jurymitglied der Sendung «Höhle der Löwen», hatte sich gefragt, wie er aus der Zuschauer-Rolle des Krieges kommen könnte. So lancierte er gemeinsam mit Rosinina das Hilfsprojekt ‹Vodka Zelensky› zur Unterstützung unkomplizierter Hilfeleistungen an Menschen in der Ukraine oder auch Tiere, die dort in Not sind. «Ich dachte mir, dass es klappen könnte, weil die Leute keinen russischen Wodka mehr trinken möchten», sagt Reichmuth gegenüber 20 Minuten. 

Bilder von Anastasiia Rosinina aus Kiew. 

Bilder von Anastasiia Rosinina aus Kiew. 

Instagram

In der Folge sei das Projekt von der Idee bis hin zur ersten Flasche, die er in der Hand halten konnte, innerhalb von acht Tagen realisiert worden. Alle angefragten Personen hatten ihre Mitarbeit spontan zugesagt. Dann wurde laut Reichmuth Tag und Nacht nur noch gearbeitet.

«Die Gewinne aus dem Verkauf des Wodkas werden bis mindestens 2026 für die Ukraine gespendet», kündigt Reichmuth jetzt an. Weil Hilfe dringend nötig sei, werde das Geld sofort an die Hilfsorganisationen weitergeleitet. Rosinina ist gemeinsam mit Walter Fust, dem ehemaligen Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), dafür verantwortlich, welche Organisationen vor Ort finanziell unterstützt werden.

Eine Flasche Wodka kostet 40 Franken, davon werden jeweils zehn Franken gespendet. Reichmuth hat das Verkaufsziel hochgesteckt: «Bis Ende 2022 möchten wir zehn Millionen Franken Spenden erreichen.» Somit sollen in den kommenden neun Monaten eine Million Flaschen über den Ladentisch gehen.   

Die Frau des Präsidenten in der Ukraine begrüsst Engagement

Erste Reaktionen zeigen, dass das Ziel erreicht werden könnte: «Die Nachfrage in der Schweiz ist gross. Auch Clubbetreiber haben sich bereits gemeldet und jeweils mehrere Hundert Flaschen bestellt. Und auch aus Israel ist etwa eine Anfrage eingetroffen.» Nun muss sich die neugegründete Firma mit Sitz in Zug darum kümmern, wie die Produktion hochgefahren werden kann.

Der Wodka in Premium-Qualität wird zunächst in der Schweiz bei der Firma Edelwhite Gin im luzernischen Hasle produziert. Schon in Kürze sollen weitere Brennereien im In- und im Ausland auf Reichmuths Produktionsliste stehen. Die Gründer konnten auch mit der vor dem Krieg gegründeten Stiftung der Ehefrau des ukrainischen Präsidenten in Kontakt treten, welche die Spendenaktion begrüsst.

«Vodka Zelensky» verspricht Transparenz

Laut Reichmuth setzt sich Olena Selenska für Menschen ein, welche auf Rollstühle angewiesen sind: «Diese Menschen benötigen jetzt gleich mehrfach Hilfe. Sie sind teilweise in Häusern eingesperrt, weil sie etwa in der sechsten Etage leben und ihre Nachbarn geflohen sind. Viele haben teilweise nicht einmal ein Handy, um kommunizieren zu können», sagt Reichmuth weiter. 

Weil die ukrainische Bevölkerung auch nach Kriegsende für den Wiederaufbau viel Geld benötigen werde, will er alle Firmengewinne zu 100 Prozent bis mindestens 2026 spenden. ‹Vodka Zelensky› hat sich zudem verpflichtet, die von Pricewaterhouse Coopers genehmigten Jahresberichte offenzulegen, um die Verwendung der Spenden transparent darzulegen.      

Nothilfe für Menschen in der Ukraine

  

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