Aktualisiert 07.12.2010 19:26

Bern

Ziel: Nur eine Nummer bei Notfällen

Wohin soll man sich wenden, wenn man über die Festtage ärztliche Hilfe braucht? Noch herrscht im Bernbiet ein Wildwuchs von 40 Notfallnummern. Das soll sich bald ändern.

von
Patrick Marbach
Welche Notfallnummer ist die richtige? (Nicolas Y. Aebi)

Welche Notfallnummer ist die richtige? (Nicolas Y. Aebi)

«Bin ich bei Ihnen noch richtig?», wollte kürzlich eine Anruferin bei der Sanitätspolizei wissen. «Grundsätzlich macht man nichts falsch, wenn man in medizinischen Notfällen die Nummer 144 wählt», so Walter Baumer von der Notrufzentrale. Bei kleinen Wehwehchen, für die man nicht ins Spital muss, ruft man aber besser den ärztlichen Notdienst an.

Doch die richtige Nummer zu finden, ist nicht immer einfach: «Im Kanton Bern haben wir 40 Dienstkreise und jeder hat eine eigene Notfallnummer», erklärt Kantonsarzt Thomas Schochat. Zudem herrscht ein Tarifdschungel: In Biel kostet ein Anruf zum Beispiel 3.50 Franken pro Minute, in Belp 2.90 Franken.

«Ganz so schlimm ist die Situation nicht», versucht Schochat zu relativieren. «Wir sind nämlich auf bestem Weg zu einem einheitlichen Angebot.» Denn die von der Ärzteschaft gegründete Firma Medphone deckt mit ihrer Telefonzentrale bereits den grössten Teil des Bernbiets ab. Ein Festnetzanruf auf die Nummer 0900 57 67 47 kostet nur 88 Rappen pro Minute. «Wir würden gerne eine flächendeckende Versorgung unter der Gratis-Kurznummer 145 anbieten», sagt Medphone-VR-Präsident Daniel Marth. Doch neben dem Einverständnis der Swisscom und einzelner Regionen fehle dazu die finanzielle Unterstützung: «Wir bräuchten einen Franken pro Einwohner.»

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