Aktualisiert 23.03.2014 15:19

Urban FarmingZiergemüse peppt Zürichs Beete auf

In Zürichs Blumenbeeten soll Gemüse gepflanzt werden, fordert ein Postulat. Die Stadt kommt dem zuvor und setzt als Zierde Artischocken und Palmkohl - ernten ist aber verboten.

von
ann

Rüben, Kartoffeln und Erbsen sollen in Zürichs prominenten Beeten wachsen und geerntet werden: Das forderte ein Postulat von Simone Brander (SP), das der Zürcher Gemeinderat im Dezember 2012 an den Stadtrat überwies. Noch hat der Stadtrat fast ein Jahr Zeit, eine Antwort auf das Postulat zu verfassen.

Grünstadt Zürich reagiert aber bereits auf die Gemüse-Idee. Ab Mitte Mai werden beim Alfred-Escher-Brunnen am HB, auf dem Schwamedinger- und Bürkliplatz oder dem Farbhof nebst den traditionellen Blumen und Bodendeckern in den Beeten Roter Krautstiel, Gemüse-Artischocke, Palmkohl oder Rotlaubige Rande gepflanzt.

Nicht zum Verzehr gedacht

Das Bepflanzungskonzept nennt sich «Kraut und Rüben», wie die «NZZ» berichtet. «Es ist eine Anspielung auf den Vorstoss von Simone Brander», sagt Mediensprecher Lukas Handschin von Grünstadt Zürich gegenüber 20 Minuten. Das Gemüse sei aber nicht zum Verzehr gedacht. «Es handelt sich um Ziergemüse, das wunderschön anzusehen ist.» Es sei zwar auch essbar, man wolle aber nicht, dass die Beete geplündert werden. «Die floralen Arrangements sind dazu da, Besucher und Bewohner der Stadt Zürich willkommen zu heissen.»

Grün Stadt Zürich will sich aber nicht grundsätzlich gegen die Idee von Simone Brander stellen. Urban Gardening sei ein grosses Thema. «Wo wir können, bieten wir der Quartierbevölkerung die Möglichkeit, Beete zu bestellen», so Handschin. Der Trend gehe weg vom Schrebergarten hin zum Gemeinschaftsgarten. «Etwa beim Stadion Hardturm oder bis vor kurzem auf der Kronenwiese.» Zudem habe die Stadt angefangen, an gewissen Orten Büsche mit Beerensträuchern oder Weinreben zu ersetzen.. «Wir experimentieren durchaus schon mit dem Konzept der essbaren Stadt.»

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