Zigi-Päckchen bald für 7 Franken?
Aktualisiert

Zigi-Päckchen bald für 7 Franken?

Seit Oktober 2003 kostet ein Paket Zigaretten 30 Rappen mehr. Zuwenig, findet Verena El Fehri von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention. Ein Zigi-Päckchen sollte ihrer Meinung nach rund sieben Franken kosten.

Der Mechanismus sei immer derselbe, sagte René Corpataux, Einkaufsverant-wortlicher der grössten Schweizer Kioskkette, der Kiosk AG, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. «Nach einer Erhöhung der Tabaksteuer fällt der Umsatz zuerst zusammen, um kurz danach wieder anzusteigen.» Manch ein Raucher versuche bei einer Preiserhöhung jeweils, mit dem Rauchen aufzuhören.

Nach der Erhöhung um 30 Rappen im Oktober 2003 seien die Umsätze stärker eingebrochen als in früheren Jahren, weil auch der Aufschlag massiver gewesen sei. Schon jetzt zeige sich aber, dass die Zigarettenverkäufe wieder anstiegen.

Serge Raymond, Generaldirektor der grössten Westschweizer Kioskkette Naville, pflichtet Corpataux bei: Naville habe nach der Preiserhöhung ein bis zwei Prozent weniger Zigaretten verkauft. Genauere Zahlen wollte er indes nicht nennen.

Corpataux: Erhöhungen nutzlos

Corpataux ist deshalb überzeugt, dass Erhöhungen der Tabaksteuer den Konsum keineswegs vermindern. «Wenn die Zigarettenpreise steigen, gehen die Leute in Discountgeschäfte und kaufen dort Stangen, bei denen der Rabatt stärker ins Gewicht fällt», sagt er.

Auch werde der Zigarettenschmuggel durch hohe Tabakpreise gefördert. In Grenzregionen würden die Leute zudem dazu übergehen, ihre Zigaretten im Ausland zu kaufen, wenn der Tabak zu Hause zu teuer werde.

«Vermindert werden kann der Tabakkonsum einzig, indem man bei der Vernunft der Leute ansetzt und ihnen erklärt, dass Rauchen der Gesundheit schadet», ist Corpataux überzeugt. Prävention sei das einzig sinnvolle Mittel im Kampf gegen den blauen Dunst.

Kosten und Konsum hängen zusammen

Aufklärung hält auch Verena El Fehri, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention, für sinnvoll. Im Gegensatz zu Corpataux glaubt sie jedoch an die Wirksamkeit von Preiserhöhungen. «Es ist die einzige Einzelmassnahme, die Wirkung zeigt.»

Zahlreiche Studien hätten belegt, dass mit einer Erhöhung der Tabakpreise auch der Konsum zurückgehe. Die Kosten und der Konsum würden nun einmal unmittelbar zusammenhängen.

Nach Ansicht El Fehris liegt der Hund anderswo begraben: In den letzten 20 Jahren seien die Zigaretten in Tat und Wahrheit gar nicht teurer geworden. «Die 2.50 Franken, die ein Päckchen vor zwanzig Jahren gekostet hat, entsprechen nicht mehr 2.50 Franken von heute, sondern eher 5 Franken.»

«7 Franken pro Paket liegen drin»

El Fehri befürwortet deshalb eine massive Erhöhung der Tabaksteuer. Nur dann werde sich der Preis auch auf den Konsum auswirken. Der Tabakkonsum sei in der Schweiz in den letzten zehn Jahren nämlich nicht wirklich zurückgegangen. Dabei spiele es auch eine Rolle, wie hoch die allgemeinen Lebenskosten in einem Land seien.

«Die Schweiz würde einen Preis von mindestens 7 Franken pro Paket vertragen», ist El Fehri überzeugt. Dann werde sich der Preis auch auf den Tabakkonsum auswirken. Längerfristig müsse man gar einen Preis von 10 Franken pro Paket anvisieren.

7 Franken pro Paket - das wäre dann etwa so viel, wie die Franzosen seit Anfang dieses Jahres für ihre Gitanes und Gauloises hinblättern müssen. Dort kostet das Paket seit 1. Januar 4.50 bis 5 Euro (7 bis 7.80 Franken).

(sda)

Deine Meinung