Aktualisiert 29.09.2010 10:32

EU-Plan

Zigi-Päckli sollen alle gleich aussehen

Die EU plant ein Einheitsdesign für Zigaretten-Schachteln: Die Päckchen sollen sich in Zukunft nur noch durch den Markennahmen unterscheiden.

von
amc

Eine Farbe, ein Design und kein Logo: Die EU-Kommission hat erstmals ihre Pläne konkretisiert, wie sie in Zukunft die Werbung und den Verkauf von Zigaretten einschränken will. Eine Expertengruppe hatte die Idee im August als prüfenswert bewertet, nun liegt «Welt Online» bereits ein konkretes Papier der EU-Kommission vor. Gemäss dem Dokument könnte es bald nur noch einheitliche Zigarettenpackungen geben. Wie die deutsche Tageszeitung berichtet, soll zudem auf der Verpackung eine Hotline-Nummer angegeben werden, unter der der Kunde Hilfe beim Aufhören erhält. Nebst den bereits eingeführten Warnbildern sollen weiter auch die zulässigen Inhaltstoffe geregelt werden.

Ebenso ist vorgesehen, dass die Zigaretten aus den Regalen verschwinden: In den Auslagen der Kioske und Geschäfte soll nur noch eine einzelne Packung je Marke gezeigt werden dürfen. Zudem hat sich die EU-Kommission damit beschäftigt, den Internetverkauf von Tabakprodukten zu untersagen. Hinter dem Papier steckt die Absicht der EU, die Tabakrichtlinie aus dem Jahr 2001 durch neue und verschärfte Bestimmungen zu ersetzen, wie «Welt Online» schreibt.

Tabakbranche will klagen

Die neuen Richtlinien sollen 2011 erarbeitet und 2012 vom EU-Parlament verabschiedet werden. Die EU-Mitgliedsstaaten müssten das neue Gesetz dann anschliessend übernehmen. Zunächst können die Richtlinien nun Interessenten, Firmen und Verbände bis zum 19. November kommentieren. Der Streit ist programmiert: «Das alles wäre ein schwerwiegender Verstoss gegen Eigentums- und Markenrechte», sagte ein Sprecher der Branche gegenüber «Welt Online» und kündigte bei einer Einführung an, «dagegen zu klagen». Der Branche werde die Chance zur Differenzierung genommen. «Wir sind gegen einheitliche Packungen sowie ein Verbot der Präsentation. Es gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise dafür, dass solche Massnahmen zu einer Reduzierung des Tabakkonsums führen», sagte eine Sprecherin von Philip Morris.

In Norwegen sind bereits ähnliche Richtlinien eingeführt worden: Werbung in den Läden ist untersagt. Beim Zigarettenkauf muss der Kunde die gewünschte Zigarettenmarke nennen, der Verkäufer holt sie dann aus einer Schublade heraus. Dass dieses Modell Erfolg hat, glaubt auch Australien. Downunder hat man im laufenden Jahr einen ähnlichen Ansatz bereits diskutiert und will per 2012 ein entsprechendes Gesetz einführen.

BAG denkt nicht an eine Einführung

In der Schweiz bestehen derzeit keine Pläne zur Einführung von Zigarettenpackungen ohne Markenlogo, wie das Bundesamt für Gesundheit im August mitteilte. Die Schweiz folgte allerdings dem Beispiel der EU bereits bei den abschreckenden Bildern und den Warnhinweisen. Die Idee kommt jedenfalls bei der der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention an, wie Thomas Beutler sagte: «Wir würden Zigipäckli ohne Logo sehr begrüssen.» Es sei aber mit viel politischem Widerstand seitens der Tabakindustrie zu rechnen.

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