Aktualisiert 09.08.2015 15:08

Männerheim Zürich

Zigi statt Hilfe? Polizei ermittelt nach Todesfall

Schwere Vorwürfe nach dem Tod eines Bewohners im Zürcher Männerheim: Ein Betreuerin soll statt Erste Hilfe zu leisten, zuerst eine Zigarette geraucht haben.

von
zed
Am 13. Juni verstarb ein Bewohner des Männerheims Herberge zur Heimat. Nun ermittelt die Polizei.

Am 13. Juni verstarb ein Bewohner des Männerheims Herberge zur Heimat. Nun ermittelt die Polizei.

Martin Bauer (56) kann den Tod seines Freundes vom 13. Juni im Männerheim Herberge zur Heimat noch immer nicht verstehen, wie der «Blick» berichtet. Bauer, der ebenfalls im Männerheim wohnte, hatte seinen Freund an jenem Samstag in seinem Zimmer mit schweren Kreislaufbeschwerden gefunden.

Obwohl es nicht besonders heiss war, schwitzte dieser laut Martin Bauer stark, sein Puls war viel zu hoch und seine Atmung war flach. Daraufhin habe er sogleich Alarm geschlagen. Die zuständige Betreuerin sei aber lieber erst eine Zigarette rauchen gegangen, anstatt einen Krankenwagen zu rufen, sagt Bauer zum «Blick». «Dabei brauchte er dringend ärztliche Hilfe. Wir dürfen den Notarzt nicht holen, das dürfen nur die Mitarbeiter des Heims.» Dieses Verhalten schockiere ihn noch heute.

Auch Bauer musste sein Zimmer räumen

Der Kranke sei schliesslich noch in seinem Zimmer verstorben. Die Polizei ermittelt nun laut der Zeitung wegen unterlassener Nothilfe und wegen falscher Anschuldigungen. Die Betreuerin habe behauptet, der Mann sei in der Ambulanz gestorben, Bauer zufolge sei dies aber nicht wahr.

Bauer musste sein Zimmer in der Herberge zur Heimat ebenfalls räumen. Die Heimleitung warf dem Alkoholabhängigen vor, einen anderen Bewohner mit Hochprozentigem versorgt zu haben. Auch dies entspreche nicht den Tatsachen, sagt Bauer gegenüber dem «Blick». Er wohnt nun bis auf weiteres in einem Hotelzimmer. Das Männerheim Herberge zur Heimat wollte gegenüber dem «Blick» nicht Stellung zum Fall nehmen.

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